18.03.2010

Nigeria: Angriffe gegen Christen nehmen kein Ende

(Jos/Kazaure, 18. März 2010, Open Doors) – Wie bereits am 08. März 2010 berichtet, kamen im zentralnigerianischen Bundesstaat Plateau in der Nacht zum 7. März bei einem Überfall nach offiziellen nigerianischen Angaben etwa 500 Menschen um, die meisten davon waren Christen, viele Frauen und Kinder. Nach Berichten von Zeugen riefen die Angreifer „Allahu akbar“ und mordeten mit Knüppeln, Macheten und Gewehren. Die Angriffe fanden in drei Dörfern in der Nähe der Provinzhauptstadt Jos statt.

Wie erst jetzt bekannt wurde, haben Muslime in dem nördlichen Bundestaat Jigawa sieben Kirchen verschiedener Denominationen niedergebrannt. Dies geschah am 21. Februar in der Stadt Kazauri. In Jigawa gelten die Gesetze der Sharia. Die Angriffe stellten womöglich die Vergeltung dafür dar, dass zwei Tage zuvor ein Polizist einen muslimischen Traktorfahrer angehalten hatte, weil er ein Stopsignal überfahren hatte. Aufgrund eines tätlichen Angriffs durch den Polizisten verstarb der Fahrer. Dieser Vorfall wurde zum Anlass genommen, den Christen die Schuld zu geben und ihre Kirchen abzubrennen. Als die Polizei mit Tränengas eingriff, waren die Gotteshäuser schon niedergebrannt.

Am 17. März 2010 wurden zwei weitere christliche Dörfer 45 Kilometer von Jos entfernt angegriffen. Dabei wurden nach Angaben von Augenzeugen mindestens 13 Personen getötet, darunter auch eine Schwangere und Kinder. Da der Stil der Angriffe dem dschihadistischer Extremisten entspricht und bei den Angreifern neben muslimischen Hirten vom Volk der Fulani auch Fremde in Tarnuniformen gesehen wurden, haben nun auch Christen in denNachbardörfern große Angst.

Das Hilfswerk Open Doors ist durch ein Büro vor Ort in Jos vertreten und kann den Opfern, Angehörigen und Traumatisierten daher unmittelbar helfen. Open Doors bittet darum, für die Angehörigen der ermordeten Menschen zu beten. Auch die Verletzten in den Krankenhäusern und die übrigen Dorfbewohner brauchen die Fürbitte und Unterstützung der Christen weltweit. Zudem bittet Open Doors für die Regierung zu beten, damit diese die Christen besser schützt. Zwar konnten einige Angreifer festgenommen werden, ein vorbeugender Schutz war bisher aber nicht möglich. Die zunehmende Gewalt in den zentralnigerianischen Bundesstaaten ist besorgniserregend und ist daher ebenfalls Anlass zum Gebet, besonders um Weisheit für die Regierung und die offiziellen Stellen vor Ort.

Christenverfolgung weltweit - Werden auch Sie Gebetspate!
Nigeria ist ein Land der dreijährigen Gebetskampagne "Gefährlicher Glaube" von Open Doors für Christen in der islamischen Welt. 10 Minuten pro Woche beten für verfolgte Christen und ehemalige Muslime. Informationen unter www.opendoors-de.org