24.03.2010
Pakistan: Häuslicher Streit endet in Blasphemievorwurf
(GUJRANWALA, 24. März 2010) - Wie einheimische Kirchenleiter berichteten, verhaftete die Polizei in der pakistanischen Provinz Punjab Ende März eine Christin. Rubina Bibi soll den muslimischen Propheten Mohammed „beleidigt“ haben. Wie der Informationsdienst Compass Direct berichtet, versuchten die Beamten die Festnahme vor lokalen Menschenrechtlern geheimzuhalten. Auf Nachfragen von Khalid Gill, Regional-Koordinator der gesamtpakistanischen Minderheitenallianz (APMA) aus Lahore, bestritt die Polizei von Alipur die Verhaftung. Eine Muslima hatte die Christin der Blasphemie beschuldigt. „Der Name der Klägerin wurde geheim gehalten. Uns wurde auch nicht gestattet, Frau Bibi zu besuchen“, so Gill. Ein Informant bei der Polizei berichtete Compass Direct, dass in einem polizeilichen Erstbericht (FIR Nr. 194/2010) vom 20. März Rubina Bibi vorgeworfen wird, eine herabsetzende Bemerkung über den islamischen Propheten Mohammed gemacht zu haben. Zum Streit zwischen den beiden Frauen kam es laut APMA-Informationen wegen einer häuslichen Angelegenheit. Ein radikaler muslimischer Verwandter der Klägerin habe dann aus dem Streit der beiden Frauen eine religiöse Angelegenheit gemacht. Bibi droht bei einer Verurteilung die Todesstrafe bzw. lebenslängliche Haft und eine hohe Geldstrafe.