19.05.2010
Indonesien: Gemeinde darf keine Gottesdienste mehr feiern
(JAKARTA, 28. April 2010/OD) – Das Hilfswerk Open Doors bittet um Gebet für eine bedrängte christliche Gemeinde in Indonesien. Das Oberhaupt von Bekasi (West-Java), Regent Sa'duddin, untersagte der „Filadelfia Huria Kristen Batak Protestan“ (HKBP) alle gemeindlichen Aktivitäten in der Ortschaft Jejalan. Wie der Informationsdienst Compass Direct meldete, trafen sich die 500 Gemeindemitglieder provisorisch auf einem Stück Land neben einer kaum befahrenen Straße angrenzend an freie Felder. Dort nun dürfe sich die Gemeinde nicht mehr versammeln. Bereits Mitte Januar dieses Jahres hatten Beamte ihre im Bau befindliche Kirche abgesperrt. Gegen die Anordnung des Regenten zogen die Christen am 20. März vor Gericht. Sa'duddin hatte seine Anordnung gegenüber HKBP-Pastor Palti Panjaitan damit begründet, dass die Gottesdienste und Gemeindetreffen „kommunale Aktivitäten“ behindern würden. Der Regent, so sein Stellvertreter Darip Muyana, habe zudem entschieden, dass sich die Christen ein neues Gelände suchen müssen. Anwohner hätten den Bau einer Kirche abgelehnt.
Nachbarn stimmten zu
Anders noch vor zwei Jahren: 60 nahe des geplanten Bau wohnende Nachbarn hatten dem Kirchenbau schriftlich zugestimmt. Wie HKBP-Gemeindemitglied Tigor Tampubolon erklärte, hatte die Gemeinde 1.088 m² Land gekauft und auch das Einverständnis der Dorfoberen erhalten. Alle notwendigen Dokumente für den Bauantrag wurden im Jahr 2008 eingereicht. Die Entscheidung der Verwaltung steht noch aus. Islamische Organisationen hatten derweil Protestaktionen gegen das Bauvorhaben organisiert.
Jetzt: Christen unerwünscht
Im vorigen Dezember feierten etwa 200 Christen in einem provisorischen Zelt auf dem Baugelände einen Weihnachtsgottesdienst. Dagegen protestierten rund 1.000 Menschen; Polizisten und Soldaten standen zum Schutz der Gottesdienstbesucher bereit. Anfang Januar 2010 wollte sich die HKBP-Gemeinde – auf Ratschlag des Regenten hin - im Dorfsaal von Jejalan versammeln, doch wurden sie von Demonstranten vertrieben. Die im Jahr 2000 gegründete Gemeinde in Jejalan traf sich anfangs im Haus des Pastors. Sechs Jahre später stürmten etwa 300 Personen einen Sonntagsgottesdienst und drängten den Pastor, ein Papier mit dem Versprechen zu unterzeichnen, keine weiteren religiösen Treffen in seinem Haus abzuhalten. Indonesien ist gemessen an der Bevölkerungszahl das Land mit den meisten Muslimen. Von den 231 Millionen Einwohnern sind 16 Prozent Christen.