16.10.2010
EU-Aussenpolitik: Religion
Experten diskutieren
Religionsvertreter und Politiker haben bei einer Konferenz in Brüssel die Bedeutung der Religionen für die EU-Aussenpolitik hervorgehoben. Der Dialog zwischen der EU und den Religionsgemeinschaften müsse in die Praxis umgesetzt werden.
Der Schutz der Religionsfreiheit muss weltweit Teil der politischen Strategie sein.
Für die EU-Repräsentantin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Katrin Hatzinger, muss das Verständnis von Religionen und ihrer Bedeutung in den Partnerländern Bestandteil der EU-Aussenpolitik sein. "Religion ist weltweit ein prägender Faktor von Gesellschaften. Sie stabilisiert, kann aber auch ein verschärfendes Element in Krisen und Konflikten sein", betonte Hatzinger. Sie hofft, dass Expertise über religiöse Zusammenhänge und der Schutz der Religionsfreiheit einen angemessenen Platz im institutionellen Aufbau der EU-Aussenpolitik bekommen.
Religionsfreiheit
Der EU-Abgeordnete Otmar Karas erinnerte an die Bedeutung der Grundrechtecharta, deren Werte die Europäische Union auch in der Aussenpolitik binden sollten. Gerade der Schutz der Religionsfreiheit müsse Teil der politischen Strategie sein, sagte Karas. "Gleichbehandlung und die freie Ausübung der Religion gehören zusammen. Sie müssen bei allen Gesprächen auf die Agenda gesetzt werden."
Politische Freiheit nötig
Der Politikwissenschaftler Adbul-Monem al-Mashat von der Universität Kairo, begrüsste die Bemühungen in der europäischen auswärtigen Politik. Allerdings mahnte er, Religionsfreiheit könne von politischer Freiheit nicht getrennt werden. Fundamentalismus und Intoleranz würden durch religiöse, politische und soziale Faktoren beeinflusst. "Freiheit braucht Bürgersinn und der muss durch Bildung geschaffen werden", sagte Al-Mashat.
Die Konferenz ist Teil der Seminarreihe "Islam, Christentum und Europa". Sie wurde von der EKD in Zusammenarbeit mit der Kommission der EU-Bischofskonferenzen (COMECE) und der Konrad-Adenauer Stiftung (KAS) veranstaltet.
Quelle: Epd und livenet.ch