12.09.2010
Saudi Arabien: Asylantrag für USA
Saudischer Diplomat hat Angst vor der Heimat
Ein schwuler saudi-arabischer Konsulatsbeamter hat nach eigenen Angaben Asyl in den USA beantragt. Wegen seiner sexuellen Orientierung sei ihm ein neuer Diplomatenpass verweigert worden. In Saudi-Arabien müsse er um sein Leben fürchten, weil er schwul und mit einer Jüdin befreundet sei.
Washington - Ein saudi-arabischer Diplomat hat offenbar Asyl in den USA beantragt, weil er bei einer Rückkehr in sein Land um sein Leben fürchtet. Ali Ahmad Asseri arbeitete bislang im saudi-arabischen Konsulat in Los Angeles. Er sagte dem US-Fernsehsender NBC, er sei zurück in sein Heimatland beordert worden, weil er homosexuell und eng mit einer Jüdin befreundet sei. Deshalb habe ihm sein Land die Ausstellung eines neuen Diplomatenausweises verwehrt.
Auf einer saudi-arabischen Internetseite soll der Diplomat NBC News zufolge einen Brief veröffentlicht haben, in dem er die "Rückständigkeit" seines Landes anprangert und "militante Imame" kritisiert, die die Toleranz des Islam "entstellen". In dem Brief drohte er demnach zudem damit, peinliche Details über in den USA lebende Angehörige des saudi-arabischen Königshauses publik zu machen.
In einer E-Mail an den Sender schrieb Asseri: "Mein Leben ist hier in großer Gefahr, und wenn ich nach Saudi-Arabien zurückgehe, werden sie mich mitten am Tag in aller Öffentlichkeit töten." Darum habe er einen Asylantrag gestellt. Daraufhin sei er von Mitarbeitern des Heimatschutzministeriums befragt worden. Das Ministerium gab zu dem Fall keine Stellungnahme ab.
Wie der Sender berichtet, bat zuletzt vor 16 Jahren ein saudi-arabischer Diplomat in den USA um Asyl. Er hatte zuvor die Menschenrechtslage in seiner Heimat angeprangert.
Quelle: Spiegel online