27.09.2010
Ägypten: Demonstrationen gegen Präsident Mubarak und dessen Sohn
Kairo: In Ägypten haben hunderte Regierungsgegner gegen Präsident Husni Mubarak und dessen Sohn Gamal als möglichen Nachfolger demonstriert. In der Hauptstadt Kairo wollten die Demonstranten am Dienstag mit Sprechchören wie “Nein zu Gamal†und “Wir wollen keine vererbbare Regierung†vor den Präsidentenpalast ziehen, wurden aber von tausenden Polizisten daran gehindert. Nach Angaben der Oppositionellen wurden fünf Menschen festgenommen und mindestens zwei Demonstranten von Polizisten geschlagen. Journalisten vor Ort gaben an, dass mehreren Fernsehteams die Ausrüstung weggenommen wurde. Bei einer Demonstration unter demselben Motto wurden in der nordägyptischen Stadt Alexandria nach Angaben von Sicherheitsbeamten sieben Menschen festgenommen. {European Israel Press}
Ägyptische Polizei verhinderte Demo gegen Mubarak
Mit dem Einsatz von Schlagstöcken hat die ägyptische Polizei eine Demonstration gegen Präsident Mubarak verhindert. Nach Beobachtungen von Zeugen drängten die Sicherheitskräfte am Dienstag im Stadtzentrum von Kairo mehr als 200 Protestierer ab, die „Nieder mit Mubarak“ und „Freiheit, Freiheit“ riefen. Auch an anderen Stellen in der Hauptstadt kreisten Polizisten kleinere Gruppen von Oppositionellen ein, um sie am Demonstrieren zu hindern. Die Sicherheitskräfte vertrieben außerdem Journalisten und beschlagnahmten ihre Kameras. In Sicherheitskreisen war von etwa 60 Festnahmen im Stadtzentrum die Rede. Den Oppositionellen werde vorgeworfen, ohne Genehmigung demonstriert zu haben.
Demonstrationen gegen den seit 30 Jahren regierenden Mubarak sind äußerst selten. Die hinter den Protesten stehende Bürgerbewegung fordert ein Ende des Notstandes und Verfassungsreformen. In Ägypten werden dieses Jahr das Parlament und 2011 der Präsident neu gewählt. Der 81-jährige Mubarak hat offengelassen, ob er erneut antreten wird. Viele Ägypter gehen davon aus, das versuchen könnte, seinem Sohn Gamal (46) die Macht zu übertragen. Die Verfassung macht es unabhängigen Kandidaten praktisch unmöglich, ohne Unterstützung von Mubaraks National-Demokratischer Partei ein Parlamentsmandat zu gewinnen. {www.kleinezeitung.at}