13.04.2011
China: Christen beugen sich nicht staatlichem Druck
Trotz Festnahmen: Shouwang-Gemeinde will weitere Freiluftgottesdienste feiern
China: Christen beugen sich nicht staatlichem Druck
Trotz Festnahmen: Shouwang-Gemeinde will weitere Freiluftgottesdienste feiern
Peking (idea) – Christen in China wollen sich staatlichem Druck nicht beugen: Die Pekinger Shouwang-Gemeinde hat angekündigt, weiterhin nicht genehmigte Gottesdienste im Freien abzuhalten, obwohl am 10. April dabei rund 170 Mitglieder vorläufig festgenommen worden waren. Sie habe keine Alternative, erklärte die Gemeindeleitung, weil die Behörden verboten hätten, die bisher gemieteten Räume in einem Restaurant weiter zu nutzen. Auch sei es der staatlich nicht registrierten Gemeinde mit etwa 1.000 Mitgliedern nicht erlaubt, ein Gebäude zu erwerben. Die Gemeindeleitung betont, dass sie „rein religiöse Veranstaltungen“ anbiete. Diese hätten nichts mit Politik oder dem Einsatz für Bürgerrechte zu tun. Nachdem die Gemeinde ihren Freiluftgottesdienst für den 10. April angekündigt hatte, hatten rund 1.000 Sicherheitskräfte das Gelände abgeriegelt und Teilnehmer vorläufig festgenommen. Beim Verhör hätten sie Kirchenlieder gesungen und gebetet. Einige Festgenommene seien aufgefordert worden, Reue-Erklärungen zu unterschreiben; viele hätten sich jedoch geweigert, das zu tun. Einen ähnlichen Vorfall gab es bereits im November 2009. Vor einem Staatsbesuch von US-Präsident Barack Obama musste die Shouwang-Gemeinde ihre Versammlungsstätte in der Huajie-Plaza räumen. Rund 800 Mitglieder feierten daraufhin bei Schneefall ihren Gottesdienst in einem Park.
Die meisten Christen versammeln sich in Hausgemeinden
Die Gesamtzahl der Christen in der Volksrepublik wird auf bis zu 130 Millionen geschätzt. Die meisten versammeln sich in staatlich nicht anerkannten Hausgemeinden, weil sie sich nicht der Kontrolle des kommunistischen Regimes unterwerfen wollen. Sie werden bisweilen von örtlichen Behörden drangsaliert und verfolgt. Der staatlich anerkannte Chinesische Christenrat und die Patriotische Drei-Selbst-Bewegung repräsentieren etwa 18 Millionen Protestanten. Von den etwa 20 Millionen Katholiken gehören rund sechs Millionen zu regimetreuen Kirchen.