15.04.2011
Pakistan: Auseinandersetzungen um das Blasphemiegesetz
"Kirche in Not" berichtet über ihre Diözese Hyderabad :
In den Folgemonaten spitzten sich die Auseinandersetzungen um das so genannte Blasphemiegesetz zu. Es beruht auf Artikel 295 des pakistanischen Strafgesetzbuches. Angriffe auf den Koran und Beleidigung des Propheten Mohammed werden demnach mit lebenslanger Haft oder dem Tode bestraft. Wobei vor Gericht die Aussagen von Muslimen einen höheren Stellenwert haben als die von Nicht-Muslimen. Kritiker sehen in der Regelung ein Mittel, um Übergriffe auf Andersgläubige, insbesondere Christen zu rechtfertigen. Zwei Beispiele zeigen, wie prekär die Lage inzwischen ist: Der Minister für Minderheiten, Shahbaz Bhatti, selbst ein Christ, sowie der Gouverneur der Provinz Punjab, Salman Taseer, die sich gegen das Gesetz ausgesprochen hatten, wurden Anfang 2011 ermordet.