18.04.2011

Mexiko: Drogenmafia setzt Evangelikalen zu

100 Pastoren entführt – Kampf gegen Entzugseinrichtungen.

Mexiko: Drogenmafia setzt Evangelikalen zu

100 Pastoren entführt – Kampf gegen Entzugseinrichtungen.

 

Mexiko Stadt (idea) – In Mexiko setzt die Drogenmafia der evangelikalen Minderheit zu. Immer mehr Pastoren werden entführt, getötet oder mit dem Tode bedroht.

Ein Grund: Dem organisierten Verbrechen sind die Entzugs- und Rehabilitationseinrichtungen für Rauschgiftsüchtige ein Dorn im Auge, die vielfach von Evangelikalen betrieben werden. Außerdem halten die kriminellen Vereinigungen protestantische Gemeinden für wohlhabend. Sie gelten als vielversprechende Ziele von Erpressung. Diese Vorwürfe erhebt der Direktor der Nationalen Bruderschaft Evangelikaler Gemeinden (Confraternice), Arturo Farela Gutiérrez (Juarez Stadt). Nach seinen Angaben haben rund 100 mexikanische und ausländische Pastoren Juarez wegen Drohungen verlassen müssen. Etwa 100 Geistliche seien in den vergangenen Jahren entführt und 15 von ihnen getötet worden.

Bewaffnete nehmen Pastor als Geisel

Zuletzt waren am 10. April vier bewaffnete Männer kurz vor dem Gottesdienst vor einer Gemeinde in der Stadt Lazaro Cardenas vorgefahren. Sie schossen mit Maschinengewehren in die Luft, überrumpelten Pastor Josué Ramirez Santiago und nahmen ihn als Geisel mit. Am nächsten Tag erhielt seine Familie eine Lösegeldforderung von 20 Millionen Pesos (1,2 Millionen Euro). Wie der Informationsdienst Compass Direct berichtet, sei es fraglich, dass die Familie eine so große Summe aufbringen könne. Selbst wenn sie zahle, könne sie nicht sicher sein, dass der Pastor lebendig heimkehre. Etwa 87 Prozent der 112 Millionen Mexikaner sind Katholiken. Die wachsende protestantische Minderheit stellt inzwischen 7,5 Prozent. 3,5 Prozent sind ohne Bekenntnis, und der Rest verteilt sich auf andere Religionen.