18.04.2011
Weltweit: „Für alle Christen dieser Welt“
Nicht alle Christen können das Osterfest unbeschwert begehen und die frohe Botschaft weitertragen. Mehr als 100 Millionen Christen in 50 Staaten weltweit werden wegen ihres Glaubens ausgegrenzt, unterdrückt und verfolgt. Von Philipp Mißfelder
Weltweit: „Für alle Christen dieser Welt“
Nicht alle Christen können das Osterfest unbeschwert begehen und die frohe Botschaft weitertragen. Mehr als 100 Millionen Christen in 50 Staaten weltweit werden wegen ihres Glaubens ausgegrenzt, unterdrückt und verfolgt.
Von Philipp Mißfelder
In der Osterzeit gedenken Christen in aller Welt der Auferstehung Christi. In diesen Tagen erinnern wir uns daran, dass Jesus Christus als Sohn Gottes für uns am Kreuz gestorben ist und den Tod überwunden hat. Ostern ist für uns Christen als Höhepunkt des Kirchenjahres das Fest der Hoffnung und der Liebe Gottes. Doch nicht alle Christen können das Osterfest unbeschwert begehen und die frohe Botschaft weitertragen. Mehr als 100 Millionen Christen in 50 Staaten weltweit werden nach Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen wegen ihres Glaubens ausgegrenzt, unterdrückt und verfolgt. Sie leiden dabei nicht nur unter körperlicher Gewalt, sondern auch seelisch unter Einschüchterung, Justizwillkür und staatlichen Schikanen jeder Art. Mittlerweile ist das Christentum die am stärksten bedrängte Glaubensgemeinschaft – Länder wie Nordkorea, der Iran oder Saudi-Arabien stehen auf dem jährlichen „Weltverfolgungsindex“ weit oben. Morde, Übergriffe gegen die christliche Minderheit und Diskriminierungen gehören in zahlreichen Staaten zum traurigen Alltag.
Wir dürfen nicht schweigen!
Wenn Christen bei Ausschreitungen getötet und verletzt, ihre Kirchen niedergebrannt oder sie in Arbeitslager verbracht werden, dürfen wir als Glaubensbrüder und -schwestern nicht schweigen. Diese Menschenrechtsverletzungen dürfen wir nicht dulden oder bagatellisieren. Es sind schwere Verbrechen, die weltweit geächtet werden müssen. Die internationale Staatengemeinschaft hat die freie Ausübung des Glaubens in Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte als Grundrecht verankert: „Jeder Mensch hat Anspruch auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht umfasst die Freiheit, seine Religion oder seine Überzeugung zu wechseln, sowie die Freiheit, seine Religion oder seine Überzeugung allein oder in Gemeinschaft mit anderen in der Öffentlichkeit oder privat durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Vollziehung eines Ritus zu bekunden.“ Unsere Aufgabe als Christen in politischer Verantwortung ist es, Solidarität mit den Gläubigen zu üben und die universell geltende Religionsfreiheit zum Schwerpunkt deutscher und europäischer Menschenrechtspolitik zu machen.
Appelle allein reichen nicht!
Bloße Appelle an die Verfolgerstaaten, die Glaubens- und Bekenntnisfreiheit zu schützen, reichen nicht mehr aus. Notwendig sind konkrete Projekte zur Stärkung christlicher Minderheiten. Und auch in unserem Land müssen wir uns mutig zu unserem christlichen Glauben bekennen, unsere Gesellschaft gründet auf diesen Werten. Das Osterfest mahnt uns, innezuhalten und die Leiden der verfolgten und bedrohten Gläubigen stärker in den Blick zu nehmen. Denn Gottes Wort bedeutet Glaube, Liebe und Hoffnung – für alle Christen dieser Welt. (Der Autor, Philipp Mißfelder (Berlin), ist außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Mitglied des Präsidiums der CDU und Bundesvorsitzender der Jungen Union.)