19.04.2011
Ägypten: Gewalt gegen Kopten
(Open Doors) Inwiefern sich der politische Umsturz in Ägypten auf die Situation der christlichen Minderheit im Land auswirken wird, ist derzeit noch unklar. Damit Christen gefahrlos ihren Glauben im Sinne des allgemeinen Menschenrechts auf Religionsfreiheit praktizieren können, müsse es auch tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen geben, so einheimische Menschenrechtler gegenüber Open Doors. Noch immer sind Konvertiten aus dem Islam zum christlichen Glauben zu einem Doppelleben gezwungen. Ein Anstieg der Verfolgung von Christen wird befürchtet, wenn radikal-islamische Kräfte an die Macht kommen.
In den ersten Monaten dieses Jahres wurden mehr als 21 Christen getötet; 177 wurden verletzt und insgesamt 37 Kirchen und Häuser von Christen angegriffen.
An Neujahr kam es zu einem Autobombenanschlag in einer Kirche in Alexandria mit Toten und Verletzten. Gewaltsam wurden im März Baumaßnahmen an Kirchen in Maghagha und El-Amodein (beide Provinz Minya) sowie in Ezbet Gaffer (Provinz Beni Suef) Orten verhindert. Dabei wurden einige Christen getötet, viele verletzt und hunderte festgenommen. Aufgrund eines Konfliktes um eine Liebesbeziehung zwischen einem Christen und einer Muslima kam es am 5. März in Soul (Provinz Helwan) zu gewalttätigen Unruhen, bei denen Häuser von Christen zerstört und eine Kirche in Brand gesteckt wurden.