19.04.2011
Äthiopien: Christen in muslimischen Gebieten gefährdet
Weltverfolgungsindex 43 von Open Doors
(Open Doors) Die Verfolgung von Christen in muslimisch dominierten Gebieten des ostafrikanischen Landes nimmt zu. Nach Open Doors vorliegenden Informationen wurden bei gewalttätigen Übergriffen in den vergangenen Monaten wieder mehrere Christen getötet oder verletzt sowie Häuser und Kirchen beschädigt. Nachdem im November vorigen Jahres in Besheno eine Gemeinschaft aus 30 Christen bedroht wurde, sie sollten die Stadt verlassen oder würden getötet, blieb die Lage angespannt. Gemeindeleiter wurden drangsaliert und tätlich angegriffen. Beamte hatten den Christen Polizeischutz verweigert. Im Februar griffen Muslime in der Ortschaft Omo (Bundesstaat Oromia) 17 Studenten an. Anfang März sind binnen fünf Tagen in und um Asendabo in der Jimma-Zone im Westen des ostafrikanischen Landes mindestens ein Christ getötet und Tausende verletzt worden. Mobs islamischer Extremisten verübten Brandanschläge auf über 50 Kirchen und mindestens 48 Häuser. Zwischen 3.500 und 4.000 Christen flohen in andere Ortschaften. Die Angriffe seien gut organisiert gewesen und begannen nach Versammlungen in Moscheen, so örtliche Informanten gegenüber Open Doors.
Die Asendabo-Angriffe wurden offiziell der Kawarja-Sekte zugeschrieben. Ziel dieser offenbar von ausländischen Muslim-Organisationen finanzierten Gruppe ist die Errichtung eines islamischen Staates in Äthiopien. Ihre Anhänger haben überall in der Stadt Asendabo und der Region gepredigt, Muslime sollten von Christen Abstand nehmen, ja, sie nicht einmal grüßen. Sektenmitglieder sind im Jahr 2008 gemeinsam mit Mitgliedern der "Oromia Liberation Front" verhaftet worden: Hintergrund sollen Anschlagspläne in der Hauptstadt Addis Abeba gewesen. In den vergangenen Jahren ist die christliche Gemeinde in Jimma gewachsen. Tausende Christen muslimischer Herkunft treffen sich heimlich zu Gottesdiensten. Möglicherweise ist das Gemeindewachstum eine Reaktion radikaler Muslime.