19.04.2011

Bangladesch: Religiöse Minderheiten wie "Freiwild"

Open Doors Weltverfolgungsindex 47

Bangladesch: Religiöse Minderheiten wie "Freiwild"

Open Doors Weltverfolgungsindex 47

 

(Open Doors) Im Januar 2011 kam es zu einem Zusammenstoß zwischen Muslimen und Christen in Solepur (Bezirk Dhaka). Christen waren beschuldigt worden, am Neujahrstag in betrunkenem Zustand eine Moschee angegriffen zu haben. Die Männer hatten dies bestritten und wurden brutal mit Eisenstangen, Stöcken und anderen Waffen zusammengeschlagen. Zehn Christen wurden schwer verletzt; drei von ihnen kamen in kritischem Zustand ins Krankenhaus. Die Polizei verstärkte ihre Kontrollfahrten in der Region. Mitte Februar 2011 brannte ein Mob aus 300 muslimischen Siedlern im Bergbezirk Rangamati die Ortschaft Ragipara nieder. Dutzende der indigenen Einwohner (Buddhisten, Hindus und Christen) wurden verletzt und vertrieben. Die Angreifer wollten damit neue Ländereien in Besitz nehmen und hatten hierfür den Rückhalt der örtlichen Polizei. Zu einem dritten größeren Vorfall kam es im März nach einem Streit zwischen Muslimen mit den überwiegend christlichen Dorfbewohnern in Banglargar (Unterbezirk Thakurgaon). Hintergrund war auch hier ein Grundstücksstreit. Mit Stöcken und Waffen griffen die Extremisten die Dorfbewohner an. Etliche Personen wurden verletzt und sieben Häuser niedergebrannt. Wenngleich die Gewalttaten nicht in erster Linie religiös motiviert waren, zeigen die Übergriffe doch den Trend, dass ethnische und religiöse Minderheiten zunehmend als "Freiwild" angesehen werden.