19.04.2011
Indonesien: Zunahme der Verfolgung
Open Doors Weltverfolgungsindex 48
(Open Doors) In Indonesien, dem bevölkerungsmäßig größten muslimischen Land, war bisher vielerorts eine Verbesserungen in den Beziehungen zwischen Muslimen und Christen zu beobachten. Doch leider scheint sich dieser Trend nicht fortzusetzten, so Open Doors. Die negativen Entwicklungen hinsichtlich der Religionsfreiheit in Indonesien sind beunruhigend. Die gegen Christen gerichteten Zwischenfälle häufen sich. In einem Bericht des "Setara-Instituts für Demokratie und Frieden" Ende Januar hieß es, dass die Verletzungen der Religionsfreiheit von Christen in Indonesien von zwölf Fällen im Jahr 2009 auf 75 im darauffolgenden Jahr hochgeschnellt sind. Doch sind Christen nicht die einzigen Ziele zunehmend intoleranter Muslime. Anfang Februar wurde ein Anschlag auf die muslimische Ahmadiyya-Gemeinde in Cikeusik verübt. Drei Menschen starben und etliche wurde schwer verletzt. Laut den Ermittlungen sollen auch Polizisten in den Anschlag verwickelt gewesen sein. Die Ahmadis werden als Sekte angesehen, weil sie Mohammed nicht als den letztgültigen Propheten ansehen. Der Ahmadiyyah-Islam spaltet das Land zunehmend, und selbst moderate Muslime wenden sich dagegen, den Ahmadis Religionsfreiheit zuzugestehen.