19.04.2011
Pakistan: Christen nach wie vor gefährdet
(Open Doors) Weltweit wurde das Todesurteil gegen die Christin Asia Noreen (auch Asia Bibi genannt) und die willkürlich gegen Christen eingesetzten Blasphemiegesetze in Pakistan kritisiert. Die fünffache Mutter soll wegen Lästerung des Islam erhängt werden. Sie bestreitet die Vorwürfe. Derzeit sitzt Noreen in einem Gefängnis in Bezirksgefängnis Sheikhupura.
Hochrangige Politiker aus Pakistan, die sich für Noreen eingesetzt und eine Reform der umstrittenen Gotteslästerungsartikel gefordert hatten, bezahlten dies mit ihrem Leben. So töteten Extremisten Anfang Januar den muslimischen Gouverneur des Punjab Salman Taseer. Der Täter sah in Taseers Bemühungen für Asia Noreen eine Form von "Blasphemie". Für den Mord wurde er von Landsleuten wie ein Held gefeiert. Der Zorn muslimischer Extremisten richtete sich auch gegen den Minister für Minderheiten und einzigen Christen im pakistanischen Parlament. Shahbaz Bhatti (Foto) hatte sich wie Taseer öffentlich gegen die berüchtigten Blasphemiegesetze gewandt. Am 2. März wurde der Christ auf dem Weg zur Arbeit erschossen. Der Mord sorgte nicht nur international für Bestürzung. Örtliche Quellen berichteten Open Doors, dass die christliche Minderheit in Pakistan wie unter "Schock" stand. Das Begräbnis von Shahbaz Bhatti am 4. März in Islamabad wurde zu einer Demonstration gegen islamischen Extremismus und die Untätigkeit der Regierung. Kabinettskollegen und andere Regierungsbeamte nahmen an dem Trauergottesdienst teil, bei dem auch der Premierminister sprach. Pakistanische Christen sind verständlicherweise enttäuscht darüber, dass sich bis heute an ihrer Situation nichts geändert hat. Die Regierung bleibt hinsichtlich des Schutzes der christlichen Minderheit weiter untätig. Nach wie vor ist sie gefährdet. Open Doors befürchtet gar eine Verschlechterung der Lage. Es kursieren Todeslisten, auf denen weitere Kritiker der Blasphemiegesetze stehen.