22.04.2011

Ägypten: Blutiger Karfreitag für Kopten

Nach dem Freitagsgebet: Kopten begeben sich in Kena und Abu Korkas auf den Weg zu Golgatha

Ägypten: Blutiger Karfreitag für Kopten

Nach dem Freitagsgebet: Kopten begeben sich in Kena und Abu Korkas auf den Weg zu Golgatha

 

(AKREF/UCN) Mohamed Hassan und Safwat Hegazy: „Erinnern Sie sich an den Abriss der koptischen Kirche in Soul? Majorgeneral Tantawy entschied sich am Mittwoch, dass die Kirche auf Kosten des Militärs wiederaufgebaut werde. Wie General Hassan Elreweny selber vor kurzem erzählte, konnte er das Dorf nicht betreten, weil tausende Salafisten die Kirche belagerten, damit sie zerstört bleibe. Am Samstag gingen Hassan und Hegazy nach Soul, um die muslimischen Bürger zu besänftigen. Erst dann legte sich der islamische Zorn. Dasselbe sollte sich in der Stadt Kena wiederholen. berichtet koptenwordpress im Internet.

Sieben Tage  sollen die Moslems in der Stadt Kena unter Führung der Moslembrüder und der Salafisten gegen die Ernennung des koptischen Gouverneurs Emad Schehata Michael demonstriert haben. Anhand von Videos und Berichten wurde verkündigt: „Es gibt keinen Gott außer Allah und Michael ist der Feind Allahs – Islamisch … islamisch … Ägypten ist islamisch – Wir wollen keinen Kafer als Gouverneur in unserer islamischen Stadt – Sowohl dich als auch den anderen Christen Magdy Ajob werden wir mit den Schuhen schlagen – Mubarak haben wir eingebuchtet und der Rest ist daran – Kein Kafer darf einen Moslem führen“. Sie drohen mit einer Großdemo nach dem unseligen Freitagsgebet, und zwar nicht nur gegen den ungläubigen Kopten, sondern gegen Premier Scharaf und seinen Vize Yehia Elgamal, die ihrer Meinung nach sie wie Mubarak an die Nase herumführen.

Buchautor und Filmemacher Wahid Hamed soll sich im TV gestern Abend geäußert haben: „Was in Kena passiert, ist eindeutig religiös motiviertes Problem, was die Medien totschweigen. Es fing erstmal an, als eine gewisse Moschee die Moslems anstachelte. Der Imam ist namentlich bekannt. Eine Schande aber ist der Gang zweier salafistischer Scheichs, um nach einer Lösung für diese konfuse Krise zu suchen. Das bedeutet zweifellos, dass der Staat unfähig ist, eine Lösung zu finden. Dann soll einer der beiden Scheichs ein Premier und der andere ein Innenminister werden. Der Beweis dafür, dass die Demos religiöse Hintergründe haben, sind die Vermittlung der salafistischen Unterhändler“.

Das muslimische Militär soll den Rechtsanwalt Alaa Reda Rouschdy und viele andere Kopten verhaftet haben.