04.08.2011
Nordkorea: Menschenrechtsgruppen weisen auf Christenverfolgung hin
Protest: Nordkorea steht UN-Abrüstungskonferenz vor
Nordkorea: Menschenrechtsgruppen weisen auf Christenverfolgung hin
Protest: Nordkorea steht UN-Abrüstungskonferenz vor
Genf (idea) – Kein Witz: Nordkorea steht der UN-Abrüstungskonferenz (UNCD) vor. Dagegen protestieren christliche Menschenrechtsgruppen. Der hochgerüstete und diktatorisch regierte Staat hat Anfang Juli turnusgemäß die Präsidentschaft in dem Genfer Gremium übernommen, in dem über Abrüstung und Rüstungskontrolle verhandelt wird. Dafür ist das kommunistische Regime in Pjöngjang denkbar schlecht geeignet: Das Land ist aus dem Atomwaffensperrvertrag ausgestiegen und steht im Verdacht, an Nuklearwaffen zu bauen. Es sei „schrecklich falsch“, ausgerechnet diesem Staat den Vorsitz der UN-Abrüstungskonferenz zu überlassen, erklären die christlichen Gruppen, die zu einer internationalen Koalition zählen. Diese will nach Angaben der ökumenischen Nachrichtenagentur ENInews (Genf) die 65 Mitglieder der UNCD – darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz – überzeugen, den Rücktritt Nordkoreas vom Vorsitz des Gremiums zu fordern. Unter den christlichen Gruppierungen sind die Menschenrechtsorganisation International Christian Concern (Washington) und die Norwegische Kirchenhilfe (Oslo). Sie weisen auch auf die Christenverfolgung und die Verletzung der Meinungs-, Versammlungs- und Religionsfreiheit in Nordkorea hin. In Straflagern und Gefängnissen werde gefoltert und die Todesstrafe auch aus politischen oder religiösen Gründen vollzogen.
Schlimmste Christenverfolgung
Nordkorea verweigert jegliche Religionsfreiheit und gilt als das Land mit der schlimmsten Christenverfolgung. Erlaubt ist nur der Kult um den „Ewigen Präsidenten“ Kim Il-Sung (1912-1994) und seinen Sohn, den Diktator Kim Jong-Il (70). Nach Schätzungen werden bis zu 70.000 Christen in über 30 Arbeits- und Straflagern gefangen gehalten, weil sie als Staatsfeinde gelten. Von den 24 Millionen Einwohnern sind offiziellen Angaben zufolge etwa 12.000 Protestanten und 800 Katholiken, die zu vier staatlich anerkannten Kirchengemeinden gehören. Mindestens 200.000 versammeln sich im Untergrund.