05.08.2011
China: Seelsorge für deutsche Sportler
Evangelischer Sportpfarrer hofft auch auf Kontakte zu Gemeinden
China: Seelsorge für deutsche Sportler
Evangelischer Sportpfarrer hofft auch auf Kontakte zu Gemeinden
Hannover (idea) – Ein evangelischer und ein katholischer Geistlicher begleiten die deutschen Athleten bei der Sommer-Universiade, die vom 12. bis 23. August in Shenzhen (Volksrepublik China) stattfindet. Zu den Weltsportspielen der Studierenden werden 13.000 Aktive aus 170 Nationen erwartet. Der Allgemeine Deutsche Hochschulsportverband entsendet 120 Spitzensportler. Für ihre seelsorgerliche Betreuung sind der katholische Sportpfarrer Hans-Gerd Schütt (Düsseldorf) und sein evangelischer Kollege Thomas Weber (Gevelsberg) zuständig. Das teilte die EKD (Hannover) am 5. August mit. Laut Weber geht es im Austausch mit den Aktiven oft um grundlegende Fragen: „Wird meine Leistungskurve in den nächsten Jahren weiter nach oben verlaufen? Welchen Stellenwert hat der Sport neben dem Studium für mein Leben? Wird mir der Durchbruch in die internationale Spitze gelingen? Welche Perspektiven ergeben sich, wenn sich meine Ziele nicht realisieren lassen oder ich meine sportliche Laufbahn wegen einer Verletzung beenden muss?“ Die Sportpfarrer haben ihre Basis im Religiösen Zentrum im Athletendorf. Neben Seelsorge werden auch Gottesdienste und Andachten angeboten. Ferner hofft Weber, Kontakte zu chinesischen Pastoren und Gemeinden knüpfen zu können: „Mir liegt die Situation der christlichen Kirchen in China und ebenso die Menschenrechtssituation allgemein sehr am Herzen.“
Mehr Christen als KP-Mitglieder in China
Die christlichen Gemeinden in China erleben ein außerordentlich starkes Wachstum. Mittlerweile wird die Zahl der Christen auf bis zu 130 Millionen geschätzt. Zum Vergleich: Die Kommunistische Partei hat etwa 80 Millionen Mitglieder. Die meisten Christen versammeln sich in staatlich nicht anerkannten Hausgemeinden, um der Kontrolle des Regimes zu entgehen. Sie werden bisweilen von örtlichen Behörden drangsaliert. Der staatlich anerkannte Chinesische Christenrat und die Patriotische Drei-Selbst-Bewegung repräsentieren etwa 18 Millionen Protestanten. Von den etwa 20 Millionen Katholiken gehören rund sechs Millionen zu regimetreuen Kirchen.