08.08.2011

Irak: Bombenanschlag auf christliche Kirche

Bericht zum Bombenanschalg am 2. August 2011 in der nordirakischen Stadt Kirkuk

Irak: Bombenanschlag auf christliche Kirche

Bericht zum Bombenanschalg am 2. August 2011 in der nordirakischen Stadt Kirkuk

Über 15 Menschen wurden verletzt und zahlreiche Gebäude beschädigt. Bei einem Autobombenanschlag auf eine syrisch-katholische Kirche in der nordirakischen Stadt Kirkuk sind am Dienstagmorgen mindestens 15 Personen verletzt worden. Andere Quellen sprechen sogar von 23 Verletzten. Der Sprengsatz beschädigte die Türen und die Inneneinrichtung der Kirche sowie weitere 30 Häuser in der Umgebung. Erzbischof Louis Sako sagte in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Asianews, dass die Christen in der Stadt traurig und geschockt seien, weil eine heilige Stätte und unschuldige Menschen Ziel des Anschlags waren. Dabei sei der der muslimische Fastenmonat Ramadan eine heilige Zeit des Fastens und Gebetes. Es sei umso mehr eine Sünde, in diesem heiligen Monat Unschuldige zu töten.

“Ich habe mir die Kirche angeschaut und habe die Verletzten in den Krankenhäusern besucht, darunter waren Christen und Muslime. Es ist schrecklich”, sagte Erzbischof Sako gegenüber Radio Vatikan. Örtliche Medien berichteten von einer zweiten Autobombe vor einer Kirche, die jedoch rechtzeitig entschärft werden konnte.Immer wieder sind die christliche Minderheit und christliche Einrichtungen Ziel von Angriffen und Anschlägen. Darüber haben wir bereits häufiger berichtet. In der Stadt Kirkuk, wo der jüngste Anschlag sich ereignet hat, wurde im Mai 2011 ein Christ enthauptet, nachdem er entführt wurde und es seiner Familie nicht gelang, das Lösegeld für seine Freilassung aufzutreiben. Erzbischof von Mossul fordert mehr Sicherheit von der irakischen Regierung

Der syrisch-katholische Erzbischof von Mossul, Yohanna Petros Mouche, fordert die irakische Regierung nach dem jüngsten Attentat auf eine syrisch katholische Kirche in Kirkuk dazu auf, die Sicherheit im Land zu gewährleisten. Gegenüber dem internationalen katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ erklärte er, ein solcher Terroranschlag sei nur möglich aufgrund der schlechten Sicherheitslage. Die Lokalregierung sei „schwach und unfähig, in der Region für Sicherheit und Stabilität zu sorgen“. Er klagte die Machthaber an, sich untereinander zu streiten und nur daran interessiert zu sein, „ihre eigenen Positionen zu wahren und sich ihren Anteil an den Gütern des Volkes zu sichern“. Über den Täter sagte er, dieser sei „vielleicht von seinem Pass her Iraker, aber nicht von seinem Herzen her, denn ein wahrer Iraker isst nicht das Fleisch seines Bruders“.

An die religiösen Führer richtete er den Appell, das „widerwärtige Verbrechen, das dem Ansehen des Islam und der Würde des Irak schadet, scharf zu verurteilen“. „Ich hoffe, dass alles, was im Irak geschieht, die Festigkeit des Glaubens unserer Christen und ihre Solidarität untereinander nur stärkt“, unterstrich der Erzbischof.

Quelle: Kirche in Not-Österreich, www.kircheinnot.at