19.08.2011

Nord-Sudan: Christin entkommt ihren Peinigern

(Open Doors) – Das lange Bangen um Hiba Abdelfadil Anglo hat ein Ende: Die 16-jährige Christin aus dem Norden des Sudan konnte ihren Entführern entkommen und ist wieder bei ihrer Familie in Khartum. Weltweit hatten Christen für sie gebetet. Hiba Anglo, die mit ihrer Mutter einer presbyterianischen Kirche angehört, wurde vor über einem Jahr auf dem Heimweg entführt. Tage später forderten die Entführer telefonisch von ihrer Mutter Ikhlas ein Lösegeld von umgerechnet 400 Euro. Die Witwe wurde von der Polizei abgewiesen mit der Aufforderung: "Du musst zum Islam übertreten, wenn du deine Tochter wiederhaben möchtest." Ikhlas Aglo war verzweifelt. Erst ein Jahr später sollte sie ihre Tochter wiedersehen.

"Bitte betet für mich"

Nach mehreren gescheiterten Fluchtversuchen gelang es Hiba schließlich vor zwei Monaten, einer Bande gewaltbereiter Muslime zu entkommen. Die junge Frau ist stark traumatisiert. In Gefangenschaft wurde sie verprügelt, vergewaltigt und genötigt, zum Islam überzutreten. "Die Männer haben viele schlimme Dinge mit mir getan", erzählte sie unter Tränen. Als letzten Ausweg hatte die Christin vorgetäuscht, zum Islam übergetreten zu sein. Daraufhin durfte sie einmal das Haus alleine verlassen. Sie stieg eilends in ein Taxi und fuhr zu ihrer Mutter zurück. Es wird noch eine Zeit dauern, bis die junge Frau ihr Trauma überwunden hat. "Ich kann diese schrecklichen Dinge nicht vergessen, selbst, wenn ich bete, kommen die Erinnerungen hoch. Ich bitte euch daher, betet weiter für mich!"