20.08.2011
Deutschland: Viele Katholiken wechselten zur evangelischen Landeskirche
Nach Rekordjahr 2010 jetzt wieder Normalisierung
Deutschland: Viele Katholiken wechselten zur evangelischen Landeskirche
Nach Rekordjahr 2010 jetzt wieder Normalisierung
Karlsruhe (idea) – Die badische Landeskirche hat von der Unzufriedenheit vieler Katholiken mit ihrer Kirche profitiert. „Viele Christen, die die katholische Kirche wegen der Missbrauchsskandale verließen, traten im vergangenen Jahr in die evangelische Kirche über“, teilte die Referentin für Grundsatzplanung und Öffentlichkeitsarbeit, Oberkirchenrätin Karen Hinrichs (Karlsruhe), mit. Im ersten Halbjahr 2010 hatte die Kirche mit 1.073 Aufnahmen einen Eintrittsrekord registriert. In diesem Jahr zeichne sich eine Normalisierung ab, so Frau Hinrichs. Von Januar bis Juni nahm die Kirche 930 neue Mitglieder auf. Dies waren zwar weniger als im ersten Halbjahr 2010, aber mehr als in den gleichen Zeiträumen in 2009 (826) und 2008 (919). Einen deutlichen Rückgang gebe es bei den Austritten, so das kirchliche Informationsamt in Karlsruhe. Danach haben in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 2.996 Menschen die Kirche verlassen, etwa 20 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. In den ersten Halbjahren 2009 und 2008 waren es 3.199 beziehungsweise 3.161 Personen. Im Gesamtjahr 2010 verzeichnete die badische Landeskirche 7.333 Aus- und 1.903 Eintritte. Sie hat rund 1,26 Millionen Mitglieder. Die Entwicklung hängt nicht nur von Ein- und Austritten ab, sondern vor allem vom Geburtenrückgang. So übersteigt die Zahl der evangelischen Beerdigungen seit langem die der Taufen.