24.08.2011
USA: Mormonen gewinnen an Einfluss
Mitglieder bekleiden führende Positionen in Politik und Wirtschaft
USA: Mormonen gewinnen an Einfluss
Mitglieder bekleiden führende Positionen in Politik und Wirtschaft
Frankfurt am Main/Washington (idea) – Die Mormonen gewinnen in den USA an Einfluss. Nach jahrelanger Verfolgung und einem Leben am Rande der Gesellschaft strebten sie nun „die Eroberung des ganzen Landes“ an, heißt es in einem Beitrag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Die Sondergemeinschaft – offiziell „Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage“ – hat weltweit 14 Millionen Mitglieder, davon 6,5 Millionen in den USA – Tendenz steigend. Die Zeitung verweist auf einflussreiche Politiker in den Reihen der Mormonen. So bewerben sich in der Republikanischen Partei die Ex-Gouverneure der Bundesstaaten Utah und Massachusetts, Jon Huntsman und Mitt Romney, um die US-Präsidentschaftskandidatur. Harry Reid führt die Mehrheitsfraktion der Demokraten im Senat. Auch Glenn Beck von der konservativen „Tea Party“ gehört zu der Gemeinschaft. Führende Unternehmen wie American Express, die Mariott-Hotelkette oder Fluggesellschaften würden von Mormonen geleitet oder seien von ihnen geführt worden, so der Bericht. US-Geheimdienste und Banken rissen sich um die Absolventen der Mormonen-Universität Brigham Young (BYU) in Provo (Bundesstaat Utah). Auch auf den mormonischen Einfluss auf die Kultur wird hingewiesen: Mit dem Musical „Book of Mormon“ habe die Sondergemeinschaft „den Broadway erobert“. Die Bestseller-Autorin Stephanie Meyer habe weltweit mehr als 100 Millionen Exemplare ihrer Vampirbücher verkauft.
Mitglieder sind entschlossen, diszipliniert und ernsthaft
Junge Mormonen lernten auf jahrelangen Missionseinsätzen im Ausland, mit einer fremden Kultur umzugehen, sich in einer fremden Sprache und in schwierigen Situationen zu verständigen. Mit 22 oder 23 Jahren müssten sie nicht nur ihr Studium meistern, sondern auch noch eine Ehe, Kindererziehung, ihre ehrenamtliche Arbeit in der Religionsgemeinschaft und oft noch einen Nebenjob unter einen Hut bekommen, um ihr Studium zu finanzieren und ihre Familie zu ernähren. Dem Bericht zufolge sind Mormonen „hartnäckig, ausdauernd, entschlossen, diszipliniert, gemäßigt und ernsthaft“. Sie hätten in einem Amerika, das „gespaltener den je“ sei und unter einem „dramatischen Werteverfall“ leide, eine „beruhigende Wirkung“. Der Mormonismus geht auf Joseph Smith (1805-1844) zurück, der aufgrund von Visionen das „Buch Mormon“ niederschrieb, das bis heute als Glaubensgrundlage gilt. Charakteristisch für die Mormonen ist eine hohe Wertschätzung der Familie, Verzicht auf Genussmittel und eine missionarische Orientierung.