29.08.2011

Deutschland: Christen und Juden: Respekt vor dem „Anderssein“

Vor zehn Jahren verabschiedete Nordelbien eine Erklärung zu Christen und Juden

Deutschland: Christen und Juden: Respekt vor dem „Anderssein“

Vor zehn Jahren verabschiedete Nordelbien eine Erklärung zu Christen und Juden

 

Rendsburg (idea) – Die Auseinandersetzung mit antijüdischen Denkmustern in Theologie, Predigt und christlicher Lehre ist ein bleibendes Anliegen. Darauf wurde am 28. August bei einem Festakt in Rendsburg aufmerksam gemacht, mit dem die Nordelbische Synode an die Verabschiedung ihrer theologischen Erklärung zu „Christen und Juden“ vor zehn Jahren erinnerte. Das Dokument hat eine Erneuerung der Beziehungen in „Respekt vor dem Anderssein des Anderen“ zum Ziel. Es spricht sich unter anderem gegen gezielte Mission unter Juden aus. In einer ebenfalls 2001 beschlossenen Erweiterung ihrer Verfassung bezeugt die Nordelbische Kirche ihren Glauben an „die Treue Gottes, der an dem Bund mit Israel festhält“. Wie die Vizepräsidentin der Synode, Ulrike Hillmann (Kiel), in einem Grußwort in Anwesenheit von Landesrabbiner Walter Rothschild betonte, sei der christlich-jüdische Dialog ein kontinuierlicher Lernprozess. Einen wirklichen Dialog könne es nur geben, „wenn beide Partner sich als gleichwertig anerkennen und respektieren“. Nach Ansicht der Beauftragten für christlich-jüdischen Dialog der Nordelbischen Kirche, Hanna Lehming (Hamburg), bleiben Mission und Israel Reizthemen. Missionarische Ansinnen von Christen würden von jüdischer Seite zu Recht als respektlos zurückgewiesen, erklärte Lehming. Für Bitterkeit sorge aber auch immer wieder das Unverständnis vieler Christen für den Staat Israel. Dies zeige eine aktuelle Publikation im Deutschen Pfarrerblatt. In der August-Ausgabe hatte der württembergische Theologe Jochen Vollmer (Reutlingen) massive Kritik an einer einseitigen Unterstützung Israels durch Kirchen und christliche Israelfreunde geübt. Der pensionierte Pfarrer warf ihnen vor, das Unrecht weitgehend auszublenden, das Palästinensern mit der Gründung des Staates Israel geschehen sei. Empört reagierten die Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit auf den Artikel.