02.01.2011
Usbekistan: Christen muslimischer Herkunft unter Druck
Taschkent (idea) – In Usbekistan sind Christen muslimischer Herkunft oft starkem Druck ihrer Umgebung ausgesetzt.
Auf das Schicksal von zwei Frauen und einem Mann, die vor kurzem zum Glauben an Christus gekommen sind, macht ein Pastor aufmerksam, der aus Angst vor Verfolgung anonym bleiben will. Nach seinen Angaben ist eine Frau namens Umida aus dem Ferghana-Tal etwa vor vier Monaten Christin geworden. Ihr Mann befand sich zu der Zeit im Ausland, um Geld zu verdienen. Umida habe nach ihrer Bekehrung anderen von Jesus erzählt. Danach sei sie von Behördenvertretern ihres Dorfes und einem Polizisten in Anwesenheit ihres inzwischen heimgekehrten Ehemanns befragt worden. Man habe sie aufgefordert, ihrem Glauben abzuschwören und zum Islam zurückzukehren. Die 34-jährige Muter von drei Söhnen habe sich aber geweigert. Daraufhin habe man der Familie das Kindergeld gestrichen. Umidas Ehemann habe seine Frau beschimpft, verprügelt und gedroht, sie aus dem Haus zu jagen. Später habe er sich aber dafür entschuldigt.
Druck von islamischen Geistlichen
Farchod, ihr ältester Sohn, sei ebenfalls zum Glauben an Jesus gekommen. Nachdem er in der Schule davon erzählt habe, seien die Eltern erneut vorgeladen und auch von islamischen Geistlichen unter Druck gesetzt worden. Umidas Freundin Mochira habe sich ebenfalls dem christlichen Glauben zugewandt. Sie hat als Folge ihre Arbeitsstelle als Tellerwäscherin verloren, wird aber von ihrem Ehemann unterstützt. Die drei Christen sollen in Kürze getauft werden. Offiziell herrscht in Usbekistan Religionsfreiheit. Das Strafgesetzbuch verbietet aber jede Form religiöser Missionierung und sieht bei Verstößen Strafen von bis zu drei Jahren vor. Im Februar 2010 waren 13 Mitglieder einer staatlich nicht registrierten Baptistengemeinde zu hohen Geldstrafen verurteilt worden. Sie mussten zusammen umgerechnet knapp 1.900 Euro bezahlen. Von den 27,7 Millionen Einwohnern des zentralasiatischen Landes sind 84 Prozent Muslime, 15 Prozent Nichtreligiöse und etwa ein Prozent Christen.