07.01.2011
Russland: Orthodoxe feiern Weihnachten
Moskau (epd). Russlands orthodoxe Christen feiern in der Nacht zum Freitag das Weihnachtsfest. Der traditionelle Gottesdienst mit Prozession um das Kirchengebäude beginnt am späten Donnerstagabend und dauert bis in die frühen Morgenstunden. Die zentrale Messe hält Kirchenoberhaupt Patriarch Kyrill in der Moskauer Christus-Erlöser-Kathedrale. Sie wird im russischen Staatsfernsehen live übertragen.
Vor den Feierlichkeiten hatte Kyrill die Gläubigen dazu aufgerufen, mehr Gutes zu tun für ihre Nächsten und das gesamte Volk. Von den mehr als 140 Millionen Russen bekennen sich rund 60 Prozent zum orthodoxen Glauben. Im Januar 2010 hatten nach Angaben der Moskauer Polizei in der russischen Hauptstadt rund 163.000 Menschen an Weihnachtsmessen in mehr als 260 Kirchen und Klöstern teilgenommen. Für dieses Jahr erwartet das Patriarchat noch wesentlich höhere Besucherzahlen.
Die Polizei in der russischen Hauptstadt kündigte an, 7.000 Mitarbeiter für den Schutz der Gottesdienste abzustellen. U-Bahnen und Busse fahren ausnahmsweise länger als gewöhnlich, damit die Kirchgänger sicher nach Hause kommen. Das orthodoxe Weihnachtsfest hat in Russland nach dem Zerfall der Sowjetunion nach und nach wieder an Popularität gewonnen. Auch bei den Orthodoxen stellt es das nach Ostern zweitwichtigste Fest des Kirchenjahres dar. Das beliebteste Familienfest der Russen bleibt allerdings das Neujahrsfest am 31. Dezember, zu dem Tannenbäume aufgestellt und Geschenke ausgetauscht werden.
Die russisch-orthodoxe Kirche feiert Weihnachten nach dem julianischen Kalender und damit 13 Tage nach den katholischen und protestantischen Christen. Auch die serbischen, georgischen und ukrainischen Orthodoxen sowie einige weitere Kirchen, die nicht der gregorianischen Kalenderreform gefolgt sind, feiern die Geburt Christi in der Nacht zum 7. Januar.