10.01.2011

Deutschland: Kauder: Christen immer öfter Opfer von Terror

Bundestagsfraktionschef von CDU/CSU beendet Ägyptenreise

Deutschland: Kauder: Christen immer öfter Opfer von Terror

Bundestagsfraktionschef von CDU/CSU beendet Ägyptenreise

 

Kairo/Berlin (idea) – „Christen werden im Nahen und Mittleren Osten immer häufiger Opfer sinnloser Gewalt von Terroristen. Deshalb war es für uns wichtig, nach der Bluttat von Alexandria mit dieser Reise ein besonderes Zeichen der Solidarität mit den Christen in Ägypten zu setzen.“ Das erklärte der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, am Ende seiner zweitägigen Ägyptenreise am 9. Januar in Kairo. Dort wollte er sich nach dem Anschlag vom Neujahrstag auf eine koptische Kirche in Alexandria, bei dem 23 Menschen getötet wurden, ein Bild von der Lage der Christen machen. Er habe es für wichtig erachtet, „den Christen im Land unsere Anteilnahme persönlich auszusprechen“, erklärte Kauder. In Ägypten habe das Christentum eine seiner ältesten Wurzeln. Sowohl die ägyptische Regierung als auch der oberste Repräsentant der Muslime, Großscheich Al-Tayyeb, hätten in Gesprächen die Kopten als eine Säule der ägyptischen Gesellschaft bezeichnet.

Fanatiker zurückdrängen

Allerdings hätten Vertreter der Zivilgesellschaft von vielfältigen Benachteiligungen berichtet, die Kopten im Alltag erfahren. Kauder hat nach eigenen Angaben Vertreter der ägyptischen Regierung aufgefordert, „ein Klima der Diskriminierung nicht zuzulassen“. Neben Großscheich Ahmad Al-Tayyeb traf der Fraktionschef auch den ägyptischen Religionsminister Mahmud Zaqzouq, sowie den das Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche, Papst Schenuda III. Wie Kauder weiter sagte, müssten Deutschland und Ägypten bei der Bekämpfung des Terrorismus eng zusammenarbeiten: „Gewalt darf nicht die Oberhand gewinnen. Fanatiker müssen zurückgedrängt werden.“ Die ägyptische Regierung habe dargelegt, dass sie das Verbrechen von Alexandria mit Nachdruck aufklären wolle. Begleitet wurde Kauder von der Kirchenbeauftragten der Unionsfraktion, Maria Flachsbarth, und der stellvertretenden Vorsitzenden des Menschenrechtsausschusses im Bundestag, Ute Granold (beide CDU).

In 64 Ländern ist Religionsfreiheit stark eingeschränkt

In mindestens 64 Ländern, in denen fast 70 Prozent der Weltbevölkerung leben, ist die Religionsfreiheit stark eingeschränkt oder nicht vorhanden. Vor allem in islamischen Ländern gibt es einen Exodus von Christen. Im Irak lebten vor 20 Jahren noch 1,4 Millionen Bürger christlichen Glaubens; heute sind es weniger als 200.000. In der Türkei waren vor 60 Jahren 20 Prozent der Bevölkerung Christen; heute beträgt ihr Anteil 0,15 Prozent. Im indischen Bundesstaat Orissa wurden zwischen 2007 und 2009 etwa 50.000 Christen vertrieben oder ermordet.