12.01.2011

Ägypten: Reaktion der ägyptischen Regierung auf Papst-Äußerungen unangemessen

Pressemitteilung Stephanuskreis - Granold, Berlin:

Ägypten: Reaktion der ägyptischen Regierung auf Papst-Äußerungen unangemessen

Pressemitteilung Stephanuskreis - Granold, Berlin:

Anlässlich der Reaktion der ägyptischen Regierung auf die jüngsten Äußerungen von Papst Benedikt XVI. zur Situation der Christen im Nahen Osten erklärt die Obfrau der Union im Menschenrechtsausschuss und Sprecherin des Stephanuskreises, Ute Granold MdB:

„Fakt ist, dass Christen die weltweit am meisten verfolgte Religionsgruppe sind.“ Dafür ist die nicht abreißende Anschlagsserie auf Christen etwa in Ägypten und im Irak ein schrecklicher Beleg.

Die Kritik der ägyptischen Regierung an den Äußerungen des Papstes zur Lage der Christen im Nahen Osten als „inakzeptable Einmischung in innere Angelegenheiten ihres Landes“ ist völlig unangemessen. Auch die eilige Zurückberufung der ägyptischen Vatikan-Botschafterin zu Beratungen in das Außenministerium nach Kairo ist nicht nachvollziehbar.

Papst Benedikt XVI. hatte nach dem Anschlag auf koptische Christen in Alexandria zu Recht wiederholt seine Besorgnis über die Sicherheit religiöser Minderheiten in muslimischen Staaten geäußert und effektive Schutzmaßnahmen gefordert.

„Diese Gläubigen brauchen und wollen die Unterstützung der Weltöffentlichkeit“, so das Fazit der Menschenrechtspolitikerin Granold nach einem kürzlichen Solidaritätsbesuch in Kairo zusammen mit dem Unions-Fraktionsvorsitzenden Volker Kauder MdB und der Fraktionsbeauftragten für Kirchen und Religionsgemeinschaften Dr. Maria Flachsbarth MdB. Gerade die Kopten in Ägypten erleben in ihrem Alltag vielfältige Diskriminierungen.

Als grundlegendes Menschenrecht muss das Recht auf Religionsfreiheit auch in muslimisch geprägten Ländern eingefordert werden dürfen, in denen die Situation der christlichen Minderheiten häufig besonders prekär ist: „Die Regierungen müssen sicherstellen, dass auch Christen ohne Angst vor Gewalt und Diskriminierung ihren Glauben praktizieren können.“ Offene Worte des Papstes zum Los der verfolgten Glaubensbrüder und -schwestern seien dabei ein wichtiges Zeichen der Solidarität.

Hintergrund Stephanuskreis

Auf Initiative von Ute Granold MdB hat sich im April 2010 innerhalb der CDU/CSU-Bundestagsfraktion der Stephanuskreis konstituiert.

Der Stephanuskreis – in Erinnerung an den ersten christlichen Märtyrer (Apg Kap.7), dem Katholiken wie Protestanten gedenken – stellt Religionsfreiheit ins Zentrum seiner Arbeit und geht dabei insbesondere auf die Lage der verfolgten Christen ein.

Hintergrund ist die Verpflichtung der christlich-liberalen Koalition im Koalitionsvertrag, weltweit für Religionsfreiheit einzutreten und dabei ein besonderes Augenmerk auf die Lage der christlichen Minderheiten zu legen.