13.01.2011
Haiti: humedica-Mitarbeiter überfallen
Polizei erschießt zwei von drei Tätern auf der Flucht
Port-au-Prince (idea) – In Haiti ist ein Einsatzteam der christlichen Hilfsorganisation humedica (Kaufbeuren) überfallen worden. Die Tat ereignete sich am 12. Januar, genau ein Jahr nach dem verheerenden Erdbeben. Vor dem Gästehaus, in dem die humedica-Mitarbeiter untergebracht sind, zwangen drei bewaffnete Männer das eintreffende Team mit Waffengewalt zur Herausgabe von Bargeld. Unmittelbar vor der Flucht der Täter kam es zu einem kurzen Schusswechsel mit dem Wachpersonal des Gästehauses; im weiteren Verlauf konnte die Polizei die Männer stoppen. Bei der folgenden bewaffneten Auseinandersetzung wurden zwei erschossen. Die unverletzten, aber unter Schock stehenden Mitarbeiter wurden in die Unterkunft einer befreundeten Organisation gebracht. Wie humedica weiter mitteilt, sei die Situation für tausende Menschen in Haiti noch immer so existenziell bedrohlich, dass die Kriminalität weiter zunehme. humedica engagierte sich mit rund 100 ehrenamtlichen medizinischen Kräften zunächst in der Katastrophenhilfe. Bis heute laufen drei Wiederaufbauprojekte (zwei Schulen, ein Kinderheim). Seit Auftreten der Cholera helfen ferner medizinische Teams in Behandlungszentren in der Region St. Marc. Bei dem Erdbeben am 12. Januar 2010 waren rund 250.000 Menschen getötet, etwa 300.000 verletzt und 1,2 Millionen obdachlos geworden. Die Regierung beziffert den Umfang der Schäden auf 5,9 Milliarden Euro. Von den zehn Millionen Einwohnern des Karibik-Staats sind 55 Prozent katholisch, 15 Prozent Baptisten, 8 Prozent Pfingstkirchler, 3 Prozent Adventisten, 1,5 Prozent Methodisten und 0,7 Prozent Anglikaner. Nach Schätzungen hängen gleichzeitig etwa 70 Prozent der Bevölkerung dem Voodoo-Kult an.