07.07.2011
Deutschland: Ein evangelischer Brief an den Papst
"Lieber Bruder in Rom! Ein evangelischer Brief an den Papst"
Deutschland: Ein evangelischer Brief an den Papst
"Lieber Bruder in Rom! Ein evangelischer Brief an den Papst"
Bei seinem Deutschlandbesuch will Papst Benedikt XVI. auch das Augustinerkloster in Erfurt besuchen, in dem Martin Luther mehrere Jahre gelebt hatte. 18 evangelische Christen, darunter Ulrich Parzany, Christine Schirrmacher und Martin Dreyer, nehmen dies zum Anlass, in persönlichen Briefen an den Papst konkrete Erwartungen zum konfessionellen Miteinander und zum Kampf gegen aktuelle Probleme zu äußern. Die Briefe erscheinen am 22. August im säkularen Knaur Verlag in dem Buch "Lieber Bruder in Rom". pro nennt vorab wesentliche Wünsche.
Hier der Auszug über Christenverfolgung:
"Klare Worte gegen den politischen Islam"
Die Islamwissenschaftlerin Christine Schirrmacher erinnert in ihrem Aufruf ein weiteres Mal daran, dass die Kirche konfessionsübergreifend zu Herausforderungen der Zeit Stellung nehmen muss. Der Islam gehe alle etwas an, so beginnt sie ihren Brief. Gerade Christen teilten in dieser Hinsicht viele gemeinsame Anliegen und könnten daher in einen "fruchtbaren Dialog" mit Muslimen eintreten. Dass das Thema Religionsfreiheit in der Öffentlichkeit stärker wahrgenommen werde, sei durchaus der katholischen Kirche zu verdanken: "Sie haben das Thema 'Christen in islamischen Ländern' immer wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt." Papst Benedikt XVI. habe nicht zuletzt mit seiner Reise in die Türkei Akzente gesetzt. Um Antworten auf die "Herausforderung" zu bekommen, seien "klare Worte" gegen das Wirken des politischen Islams nötig. Schirrmacher formuliert daher vier konkrete Bitten an den Papst: Sie fordert theologische Klarheit in der Auseinandersetzung mit dem Islam, denn nur ein "selbstbewusster Christ wird zum Dialogpartner auf Augenhöhe". Das bedürfe des Mutes, in Zukunft auch "politisch unbequeme Wahrheiten anzusprechen" und Defizite der Religionsfreiheit klar zu benennen. Ferner müsse sich der Papst über die Konfessionen hinweg auch verstärkt für die Christen einsetzen, die nicht zur katholischen Kirchen gehören. Ebenso fordert die Islamwissenschaftlerin, dass der Papst stärker für verfolgte Christen eintreten müsse. Nur unter diesen Voraussetzungen könnten Christen als Einheit auftreten.
Dominik Klenk (Hrsg.): "Lieber Bruder in Rom! Ein evangelischer Brief an den Papst.", Knaur Taschenbuch Verlag, München 2011, 160 Seiten, ISBN: 978-3-426-78524-9, 7,99 EUR, erscheint am 22. August 2011.
Quelle: PRO von: ak | 07.07.2011