08.07.2011
Nordkorea: Leiden im Arbeitslager
(Open Doors) - In Nordkorea leben allgemein alle Christen mit ihren Familien und besonders Leiter von Untergrundgemeinden unter großem Verfolgungsdruck. Immer könnte ihr Glaube entdeckt werden. Dann gelten sie als Staatsfeinde und kommen ins Arbeitslager. Spione des diktatorischen Regimes halten beständig Ausschau nach Gruppen im Untergrund. Open Doors schätzt die Zahl der Christen auf nahezu 400.000. Seit der Verhaftung des US-Amerikaners koreanischer Abstammung Jun Young-su im vorigen November sind noch weitere Christen festgenommen worden. Von vielen ist unklar, ob sie noch leben. Jun durfte im Mai dieses Jahres Nordkorea verlassen.
Nach Informationen von Open Doors sind in Nordkorea derzeit 50.000 bis 70.000 Christen in Arbeitslagern gefangen. Insgesamt sollen etwa 200.000 Menschen in Lagerhaft sein. Der ehemalige Häftling Jeong Kyoungil berichtete Amnesty International von Folter im Straflager: "Festgenommen wurde ich wegen Spionage. Ich konnte die Schmerzen durch die Misshandlungen nicht mehr ertragen, also gestand ich alles, was sie mir vorwarfen. Tagelang wurde ich an der Decke aufgehängt. Ich konnte nicht schlafen. Meine Brust schmerzte. Es gab auch Menschen, die waren gefangen, weil eine Bibel bei ihnen gefunden wurde. Wenn ein Familienmitglied verhaftet wurde, kam die gesamte Familie ins Lager. Denn sie gelten als kontaminiert (verunreinigt)."
Verleugnet
Open Doors-Mitarbeiter trafen in China auf die Christin Choi. Sie erzählte: "Um die Familie vor dem Straflager zu schützen, hat sich mein Vater von mir losgesagt. Er ließ meinen Namen aus dem Familienregister streichen. Damit demonstrierte er seine Loyalität gegenüber dem Regime." Choi blieb nur die Flucht nach China. Denn ihre Identität als Christin war nun bekannt.
Gebetsanliegen:
• Beten Sie für Schutz für die Gefangenen in den Straflagern.
• Beten Sie für die Christen, dass sie innere Kraft durch ihren Glauben erhalten.
• Beten Sie für die nordkoreanischen Flüchtlinge in China, darunter überwiegend Frauen. Sie lassen ihre Kinder in Nordkorea zurück, um im Nachbarland Geld zu verdienen, mit dem sie die Familie daheim durchbringen.
• Beten Sie für unsere Hilfsdienste in Nordkorea. Neben humanitärer Hilfe wie Lebensmittel und Medikamente werden Untergrundgemeinden mit Literatur und Schulungen versorgt.