29.07.2011

Armenien: „Es wäre schlecht für beide Seiten ausgegangen“

Die religiösen Minderheiten Armeniens werden in der Ausübung ihrer Religionsfreiheit durch leitende Beamte, Politiker, Medien sowie durch die Priester der dominierenden Armenisch Apostolischen Kirche behindert. Dies berichten Vertreter mehrer Gemeinschaft gegenüber dem Nachrichtendienst Forum 18. Die Eigentümer von zwei verschiedenen Räumlichkeiten für Veranstaltungen berichten, dass sie im Juni gezwungen wurden, Verträge mit Zeugen Jehovas zu kündigen. Sie hätten dies unwillig getan, nachdem Druck auf sie ausgeübt worden sei. Einer der Eigentümer erklärte: „Es wäre schlecht für beide Seiten ausgegangen, für sie (die Zeugen Jehovas) und für uns. Hätte die Versammlung stattgefunden, hätten die Behörden eingegriffen.“

Das Strafverfahren gegen einen Pastor der Pfingstkirche, Vladimir Bagdasaryan in der Stadt Sevan nähert sich seinem Ende. Bagdasaryans Kollegen betonen mit Nachdruck, dass erst gar kein Verfahren gegen ihn hätte eingeleitet werden sollen. Bagdasaryan erklärte gegenüber Forum 18, der Staatsanwalt hätte gesagt, man sollte ihn zu einer Geldstrafe verurteilen und dann begnadigen. „Doch das bedeutet, dass ich als schuldig gelte und eine Vorstrafe habe“, klagte der Pastor. Sowohl das „Collaboration for Democracy Center“ (Zusammenarbeit zur Demokratie, eine armenische NGO), als auch das armenische Helsinkikomitee haben zahlreiche Fälle von Intoleranz seitens von Beamten und Medien dokumentiert, die zu Einschränkungen der Religionsfreiheit geführt haben

Quelle: Forum 18 News Service, Oslo

Deutsche Fassung: AK Religionsfreiheit der Österreichischen Evangelischen Allianz