09.06.2011
China: Mönche von Polizei verschleppt
Experten des UN-Menschrechtsrates fordern von China die Aufklärung des Schicksals von rund 300 verschleppten tibetischen Mönchen. Seit ihrer Verhaftung durch Polizisten, Geheimagenten und Soldaten im April gebe es keine verlässlichen Informationen über ihren Verbleib, erklärten die Fachleute am Mittwoch in Genf. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Außerdem müsse China die Menschenrechte achten. Die Mönche stammen aus dem Kloster Ngaba Kirti in Tibet und unterstützen offenbar Forderungen nach mehr Unabhängigkeit von China. Die Behörden in der Region gehen immer wieder mit Gewalt gegen die Freiheitsbewegung vor. Die Expertengruppe untersucht im Auftrag des UN-Menschenrechtsrates Fälle von spurlos verschwundenen Menschen. Dem Gremium gehören fünf Fachleute aus Südafrika, Argentinien, Bosnien-Herzegowina, Libanon und Frankreich an. Das Verschleppen von Menschen durch staatliche Stellen ist der Internatonalen Konvention gegen das Verschwindenlassen zufolge verboten. China gehört nicht zu den 88 Unterzeichnerstaaten. Das Abkommen trat 2010 in Kraft.
Quelle: domradio.de