10.06.2011
Naher Osten: Stimme für Freiheit erheben
Lutherischer Weltbund (LWB)
Genf (idea) – Zum Eintreten für Freiheit in der arabischen Welt hat der Präsident des Lutherischen Weltbundes (LWB), Bischof Munib A. Younan (Jerusalem) aufgerufen.
„Die Religionen müssen sich für eine friedliche Veränderung der Umstände einsetzen, um Menschenrechte wieder in den Nahen Osten zu bringen“, sagte er bei einer Tagung des LWB-Rates in Genf. Younan ist das Oberhaupt der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land (ELKJHL). Die Aufbruchsbewegungen in den islamisch geprägten arabischen Ländern dürften nicht gewalttätig werden, da dies religiösen Extremisten in die Hände spielen würde. Religiös motivierter Extremismus wachse auf dem Boden von Ungerechtigkeit. Kritik übte Younan an internationalen Interventionen in der Region: „Eine Einmischung von außen kann von den Menschen, die für ihre Rechte im Land eintreten, falsch verstanden werden.“ Der Bischof begrüßte die Entscheidung von Deutschland, sich nicht am NATO-Einsatz in Libyen zu beteiligen. Der Rat ist das höchste Gremium des LWB zwischen den in der Regel alle sechs Jahre stattfindenden Vollversammlungen. Seine 50 Mitglieder tagen vom 9. bis 14. Juni in Genf (Schweiz). Der Weltbund umfasst 145 Mitgliedskirchen, denen rund 70 Millionen Christen in 79 Ländern weltweit angehören.