16.06.2011
El Kaida: Anschläge auf Kirchen und Synagogen geplant
Terrornetzwerk ruft „Dschihadisten“ im Westen zu den Waffen
El Kaida: Anschläge auf Kirchen und Synagogen geplant
Terrornetzwerk ruft „Dschihadisten“ im Westen zu den Waffen
New York/Hamburg (idea) – Das Terrornetzwerk El Kaida droht mit weiteren Anschlägen auf Kirchen und Synagogen. Christliche Gemeinden sollten sich wappnen und ihre Sicherheitsvorkehrungen verstärken, mahnt die evangelikale US-Organisation Christian Emergency Network (Christliches Notfall-Netzwerk) mit Sitz in Anthem (Bundesstaat Arizona). In einer Videobotschaft hatte El-Kaida-Sprecher Adam Gadahn, ein gebürtiger US-Amerikaner, Anfang Juni extremistische Muslime in westlichen Ländern ermuntert, den sogenannten „Heiligen Krieg“ gegen „Zionisten und Kreuzzügler“ fortzuführen. Ziele seien auch „heilige Stätten“. Im Westen ansässige Muslime seien „perfekt platziert“, um den „Feinden des Islam“ schweren Schaden zuzufügen. Dies sei eine „goldene Gelegenheit und ein Segen“. In dem Video, über das der Fernsehsender ABC (New York) berichtete, zerstreut Gadahn auch Ängste potentieller Attentäter. Sie brauchten keine lebenslange Inhaftierung zu fürchten; viele Dschihadisten seien schon kurze Zeit nach ihrer Festnahme wieder frei gekommen. Besonders leicht könne man in den USA an Schusswaffen kommen. Auch sei es nicht schwer, sich führenden Politikern oder Religionsführern zu nähern. Papst Benedikt XVI. sei bei einer Weihnachtsmesse von einer Frau zu Boden gestoßen worden und der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi ebenfalls bei einem öffentlichen Auftritt verletzt worden.
Notfallübungen in christlichen Gemeinden
Aufgrund der Drohungen ruft die Direktorin des Christlichen Notfall-Netzwerks, Mary Marr, Gemeinden auf, sich auf mögliche Anschläge vorzubereiten. Es gelte, Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, einen Notfallplan auszuarbeiten, ein Team auszubilden und regelmäßig Notfallübungen in der Gemeinde durchzuführen. Es sei auch angebracht, Seelsorger für den Ernstfall parat zu haben.
130 potenzielle Terroristen in Deutschland
In Deutschland stufen die Polizeibehörden rund 130 Personen als gefährliche islamistische Terroristen ein. Wie das Magazin „Stern“ (Hamburg) berichtet, leben die meisten sogenannten „Gefährder“ in Ballungsgebieten mit mehreren Millionen Einwohnern. Schwerpunkte seien Hamburg und Berlin. Rund ein Drittel der potenziellen Terroristen wurden in Deutschland geboren; andere haben deutsche Pässe. Zur Szene zählen Finanzberater, Einzelhändler, Unternehmensberater und ein Grundschullehrer. Zwei Dutzend haben laut Stern in Terrorcamps im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet eine Waffen- und Sprengstoffausbildung durchlaufen.
Gadahn: Aus christlicher Familie zu El Kaida
Der 32-jährige Gadahn wurde als Adam Pearlman in einer ursprünglich jüdischen Familie in Kalifornien geboren. Nachdem seine Eltern Christen geworden waren, nannten sie sich in Gadahn um. Adam konvertierte zum Islam, ging 1998 nach Pakistan und wurde ein El-Kaida-Kommandeur. Im Video des Terrornetzwerks tritt auch Aiman al Sawahiri auf. Der gebürtige Ägypter ist vom Generalkommando El Kaidas zum Nachfolger Osama bin Ladens bestimmt worden, der am 2. Mai von US-Spezialkräften in Pakistan getötet worden war. Sawahiri soll als „Emir“ den „Heiligen Krieg“ fortsetzen.