16.06.2011
Pakistan: Christliche Krankenschwester entführt, zwangsbekehrt und verheiratet
24 Jahre alte christliche Krankenschwester wurde entführt, zwangsbekehrt und mit Muslim verheiratet
Pakistan: Christliche Krankenschwester entführt, zwangsbekehrt und verheiratet
24 Jahre alte christliche Krankenschwester wurde entführt, zwangsbekehrt und mit Muslim verheiratet
Rom-Islamabad, 16.06.2011 (Kathpress) Der Vertreter des Vatikans bei den Vereinten Nationen in Genf hat sich im Fall einer in Pakistan entführten und zwangsweise zum Islam konvertierten Christin für eine Untersuchung durch die UN ausgesprochen. In einem Interview mit dem vatikanischen Pressedienst "Fides" bejahte Erzbischof Silvano Tomasi die Frage, ob ein solcher Schritt "wünschenswert" sei, ausdrücklich. Im Fall der Krankenschwester Farah Hatim liege klar eine Missachtung der Gewissens- und Religionsfreiheit vor.
Die 24 Jahre alte Krankenschwester war nach Angaben ihrer Familie am 8. Mai in der Stadt Rahim Yar Khan im Süden des pakistanischen Bundesstaates Punjab entführt worden. Anschließend soll sie unter Zwang zum Islam konvertiert sowie mit einem Muslim verheiratet worden sein.
Die örtliche Polizei hatte laut Bericht des römischen Missionspressedienstes "AsiaNews" auf eine Anzeige der Mutter des Opfers hin zunächst nichts unternommen. Erst nach Protesten der christlichen Gemeinde wurden Ermittlungen eingeleitet.
In solchen Situationen, in denen Christen oder andere religiöse Minderheiten unter Gewalt, Zwang und Diskriminierung litten, sei es wichtig, dass dem UN-Hochkommissariat für Menschenrechte eine detaillierte Dokumentation vorgelegt werde, sagte Tomasi. Diesem obliege es nach einer Sichtung der Unterlagen, gemäß seinem Auftrag offizielle Untersuchungen einzuleiten.
Zugleich forderte der Ständige Vertreter beim UN-Menschenrechtsrat eine Änderung des pakistanischen Blasphemiegesetzes. Mit diesem "perverse Mechanismus" würden Angriffe auf unschuldige Menschen gerechtfertigt und ein Klima ständiger Ungewissheit und Bedrohung erzeugt.
Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, Wien/Österreich