Hintergrund des neuerlichen Gewaltausbruchs: Anfang Juni 2011 hatte die Sudanesische Armee Kadugli angegriffen. Teile der Stadt wurden bombardiert. Ziel waren vor allem christliche Kirchen und Gemeindezentren. Ein protestantischer Pastor wurde getötet. Beobachter sprachen von einer gezielten Aktion und „ethnischen Säuberungen“. Offenkundig will Khartum Fakten schaffen. Der Gouverneur von Südkordofan, Ahmed Mohammad Haroun, wird vom Internationalen Strafgericht gesucht. Ihm werden Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Darfur zur Last gelegt.
Südkordofan ist neben Abyei und Blue Nile eine von drei Grenzregionen, deren Status noch ungeklärt ist. Bei der Volksabstimmung im Januar hatte sich der Südsudan mit deutlicher Mehrheit für die Unabhängigkeit ausgesprochen, die am 9. Juli 2011 offiziell in Kraft tritt. Dem Süden zugehörig fühlt sich auch die Bevölkerung der Nuba-Berge in Südkordofan. Im Bürgerkrieg kämpften die Nuba auf Seiten der Sudanesische Volksbefreiungsarmee (SPLA), die die Region nach wie vor kontrolliert. Im Mai 2011 hatte die Sudanesische Armee Abyei erobert und die SPLA aufgefordert, ihre Einheiten aus Südkordofan und Blue Nile abzuziehen.
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