20.06.2011
Syrien: Warum Aleppos "Christen-Bischof" für Assad ist
Der Aufstand der zumindest teilweise bewaffneten syrischen Opposition hat den chaldäisch-katholischen Bischof von Aleppo veranlasst, sich vorbehaltlos auf die Seite des Assad-Regimes zu stellen. Im Gespräch mit der englischen Ausgabe der Zeitschrift „Kirche in Not“ (Church in Need) warf Jesuitenpater Audo den Aufständischen vor, Syrien islamisieren zu wollen. „Wir wollen nicht wie der Irak werden. Wir wollen keine Unsicherheit und fürchten uns vor der Gefahr einer Machtübernahme durch die Islamisten“, sagte der Bischof von Aleppo. Syrien, betonte Audo, müsse daher Widerstand leisten. 80 Prozent der Bürger sowie alle Christen stünden hinter der Regierung.
Die Furcht der syrischen Christen vor Islamisierung ist vor dem Hintergrund der Christenverfolgung im Irak verständlich. 300.000 irakische Christen leben in Syrien. Wie ihre syrischen Glaubensbrüder sehnen sie sich laut den Worten von Bischof Audo nach „Frieden und Sicherheit“. Ein Sturz des Assad-Regimes würde zum „weitreichenden Zusammenbruch von Recht und Ordnung“ führen. (wrase)
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