25.06.2011
Deutschland: ZDF-Krimi trotz evangelikaler Proteste erneut gesendet
„SoKo Leipzig“-Folge verzerrt Glaubensinhalte
Deutschland: ZDF-Krimi trotz evangelikaler Proteste erneut gesendet
„SoKo Leipzig“-Folge verzerrt Glaubensinhalte
Mainz (idea) – Das ZDF strahlte den Film „Die Glaubenskrieger“ aus der Krimiserie „SoKo Leipzig“ am 25. Juni erneut aus, obwohl dessen Erstausstrahlung heftige Proteste evangelikaler Christen ausgelöst hatte. In dem von der UFA Fernsehproduktion (Potsdam) hergestellten Beitrag geht es um eine Familie, die einer „streng gläubigen evangelikalischen Gemeinde“ angehört und in der es zum religiös motivierten Mord einer jungen Frau an ihrer Stiefschwester kommt. In der Filmdarstellung kennzeichnen eine Ablehnung der Evolutionstheorie und der Glaube an die Inspiration der Bibel diese Familie ebenso wie die körperliche Gewalt des Vaters gegen seine 16-jährige Tochter und das sexuelle Doppelleben der Mutter. In einzelnen Filmsequenzen werden sektiererhaft anmutende Szene aus dem Glaubensleben der Familie gezeigt, etwa wenn der Vater die Beatmungsgeräte seiner sterbenden Tochter mit Verweis auf „Gottes eigene Pläne“ vorzeitig abschalten lassen will oder die Familie und ein Pastor am Sterbebett einen Heilungsgottesdienst durchführen. Nach der Erstausstrahlung der Sendung am 15. Dezember 2006 gab es Proteste von Christen in Schreiben an Medienorganisationen und in Internetforen. Der Geschäftsführer des Christlichen Medienverbunds KEP (Konferenz Evangelikaler Publizisten), Wolfgang Baake (Wetzlar), hatte die selektive und falsche Darstellung kritisiert: „Nicht alle Christen, die an Gott, die Schöpfung und die Bibel glauben, sind gewalttätig und verhalten sich wie Sektenmitglieder.“ Auf eine erneute Ausstrahlung der SoKo-Folge mit einem Sendeplatz am Freitagabend verzichtete das ZDF trotzdem nicht.