04.05.2011

Naher Osten: Ohne Christen?

"Letzte Zuflucht bleibt Israel"

Naher Osten: Ohne Christen?

"Letzte Zuflucht bleibt Israel"

Op-ed: Christen müssen begreifen, dass Israels Schicksal mit dem der Nichtmuslime der Region verwoben ist.

 

Dies ist das traurigste Ostern im langen Epos der arabischen Christenheit. Das Kreuz ist im Land seiner Herkunft der Auslöschung nahe. Die viel gepriesene Vielfalt des Nahen Ostens wird auf die platte Monotonie einer einzigen Religion – den Islam – und ein Hand voll Sprachen gestutzt werden.

 

 

1919 führte die ägyptische Revolution eine grüne Flagge mit Halbmond und Kreuz ein. Sowohl Muslime als auch Christen partizipierten an der nationalistischen Revolution gegen den britischen Kolonialismus. Heute beantragen nach Angaben des Ägyptischen Bundes für Menschenrechte mehr als 70 Christen pro Woche wegen islamistischer Drohungen die Ausreise aus dem Land.

 

 

Die Zahlen sprechen für sich. Heute gibt es nur ein Land im Nahen Osten, in dem die Zahl der Christen gestiegen ist: Israel. Vom israelischen Zentralen Büro für Statistik wird dokumentiert, dass die christliche Gemeinschaft, die 1949 34.000 Personen groß war, heute 163.000 Personen stark ist und bis 2020 die Zahl von 187.000 erreichen wird.

 

Im restlichen Nahen Osten wird Drang nach islamischer Reinheit alle Spuren der vorislamischen Vergangenheit vertreiben. Das hat nicht nur die Christen getroffen, sondern auch andere nicht islamische Gemeinschaften, so die Zoroastrier und Bahai im Iran (auch letztere fanden Zuflucht in Israel, in Haifa).

 

 

Das Schweigen der globalen Foren, das mangelhafte Gewissen der Menschenrechtsgruppen, die Selbstverleugnung der Medien und das Appeasement des Vatikan helfen diese islamistische Kampagne zu erleichtern. Nach Angaben eines vom US-Außenministerium zusammengestellen Berichts über Religionsfreiheit ging die Zahl der Christen in der Türkei von zwei Millionen auf 85.000 zurück; im Libanon nahm ihr Bevölkerungsanteil von 55% auf 35% ab; in Syrien ist sie von der Hälfte der Bevölkerung auf 4% reduziert worden; in Jordanien von 18% auf 2%. Im Irak werden sie ausgerottet werden.

 

 

Sollte der Exodus der Christen aus Bethlehem die nächsten zwei oder drei Jahrzehnte weiter gehen, könnte es sein, dass keine Geistlichen mehr da sein werden, um die Gottesdienste in Jesu Geburtsort abzuhalten. Im Iran sind Christen seit 1979, als Khomeini die sofortige Schließung aller christlichen Schulen anordnete, praktisch unsichtbar geworden. Im Gazastreifen sind die verbliebenen 3.000 Verfolgung ausgesetzt. Im Sudan werden Christen im Süden in die Sklaverei gezwungen.

 

Israels Flagge ist ein Symbol der Hoffnung

 

 

Im Libanon sind die Maroniten, die einzigen Christen, die in der modernen arabischen Welt Macht ausgeübt haben, durch die muslimische Gewalt und den Aufstieg der Hisbollah zu einer Minderheit reduziert worden. In Saudi-Arabien sind Christen von der Religionspolizei verprügelt und gefoltert worden. Benjamin Sleiman, der Erzbischof von Bagdad, spricht von der „Ausrottung der Christenheit im Nahen Osten".

 

 

Das christliche Ägypten wurde symbolisch durch den ehemaligen UNO-Generalsekretär Boutros Boutros-Ghali repräsentiert, einen mit einer jüdischen Frau verheirateten Christen, deren Schwester die Frau des israelischen Außenministers Abba Eban war. 1977 begleitete Boutros-Ghali, der damals Ägyptens Außenminister war, Präsident Anwar Sadat nach Jerusalem. Sadat, der als Kind eine christliche Schule besucht hatte, wurde unter anderem wegen des Vertrages getötet, den er mit den „Zionisten" abschloss; sein kalter Frieden wird jetzt von den neuen Herrschern in Kairo attackiert.

 

 

1948 wurde der Nahe Osten von seinen historischen Juden gereinigt. Heute sind die Christen an der Reihe. Genau so, wie die totalitären Islamisten unbarmherzig die Christen des Nahen Ostens verfolgt haben, haben sie in den letzen 63 Jahren gegen den in ihrer Mitte befindlichen jüdischen Staat Krieg geführt, um ihn zu vernichten. Aus diesem Grund ist das Schicksal Israels mit dem Schicksal der nicht muslimischen Minderheiten verwoben.

 

 

Sollten die Islamisten obsiegen, wird der Nahe Osten komplett grün – der Farbe des Islam. Unter existenzieller nuklearer und islamistischer Bedrohung riskierten die Überbleibsel des jüdischen Volkes liquidiert zu werden, bevor Israels 2048 sein einhundertjähriges Bestehen feiert. Es ist an der Zeit, dass die Christen begreifen, dass Israels Überleben auch für sie entscheidend und überlebensnotwendig ist. Während des Holocaust, als die meisten Christen Zuschauer oder Kollaborateure waren, war der gelbe Stern ein Todessymbol für die Juden. Heute ist die weiße Flagge mit dem schönen sechseckigen Stern ein Symbol des Überlebens und der Hoffnung sowohl für die Juden als auch für die Christen.

 

 

Giulio Meotti, YNetNews.com, 18. April 2011, Übersetzung aus dem Englischen: Heplev und haolam.de