07.05.2011

Nigeria: Immer wieder Gewalt gegen Christen

Nach der Präsidentschaftswahl griffen Muslime an.

Nigeria: Immer wieder Gewalt gegen Christen

Nach der Präsidentschaftswahl griffen Muslime an.

 

Abuja (idea) – In Nigeria lässt die Gewalt zwischen Muslimen und Christen nicht nach. Diese fordern eine gründliche staatliche Untersuchung der jüngsten schweren Ausschreitungen nach den Präsidentschaftswahlen vom 16. April.

Die Täter müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Fanatische Muslime hatten etwa 300 Kirchen im überwiegend muslimischen Norden in Brand gesteckt, nachdem sich der Sieg von Präsident Goodluck Jonathan, eines Christen, abzeichnete. Gegenkandidat war der Muslim Muhammadu Buhari. Bei den Unruhen kamen mindestens 500 Menschen ums Leben, meist Christen. Die Christliche Vereinigung Nigerias (CAN) – der größte kirchliche Dachverband des westafrikanischen Landes – hält die Übergriffe nicht nur für politisch, sondern auch für religiös motiviert. Außerdem habe es sich um geplante Aktionen gehandelt. CAN-Präsident Ayo Oritsejafor fordert die Festnahme Buharis.

Extremisten wollen Scharia durchsetzen

Im Teilen des Landes sind dem Informationsdienst Compass Direct zufolge zahlreiche Christen bei den jüngsten Unruhen getötet worden. Im Bundesstaat Kaduna habe man 300 Tote gezählt; 14.000 Personen hätten aus ihren Häusern fliehen müssen. In Katsina seien sieben Christen ums Leben gekommen und über Hundert ins Ausland geflohen. In Bauchi seien 28 Christen getötet worden, darunter der evangelikale Pastor Isman Dogari, und in Gombe hätten 38 Christen ihr Leben verloren. Nigeria ist ein gemischt religiöses Land. Extremisten wollen das islamische Religionsgesetz, die Scharia, überall durchsetzen. Es gilt bereits in zwölf der 36 Bundesstaaten. Von den 158 Millionen Einwohnern Nigerias sind knapp 49 Prozent Christen, 45 Prozent Muslime und der Rest Anhänger von Naturreligionen.