10.05.2011
Ägypten: Bischöfe empört über Verhalten der Armee
Bischof Damian bezweifelt Angaben über muslimische Opfer
Ägypten: Bischöfe empört über Verhalten der Armee
Bischof Damian bezweifelt Angaben über muslimische Opfer
KAIRO, Dienstag, 10. Mai 2011 (ZENIT.org/KAP) . - Der koptisch-katholische Bischof von Ismailia am Suezkanal, Makarios Tewfik, wirft der ägyptischen Armee vor, angesichts der jüngsten Gewalt zwischen Muslimen und Kopten zu spät eingeschritten zu sein. Die Soldaten hätten sich zunächst auf die Beobachtung der Vorgänge beschränkt, sagte der Bischof der mit Rom unierten Ostkirche am Dienstag der italienischen katholischen Presseagentur SIR.
Am Samstag waren bei gewaltsamen Auseinandersetzungen in Kairo, bei denen Fanatiker eine Kirche in Brand steckten, zwölf Personen getötet und rund 200 weitere verletzt worden. Insgesamt fehle es dem Land an einer durchsetzungsfähigen Regierung, so Tewfik: „Man kann sagen, wir befinden uns in einer Phase der Nicht-Regierung." Drahtzieher der Unruhen sind nach seiner Einschätzung Islamisten oder möglicherweise frühere Mitarbeiter der Sicherheitsdienste von Ex-Präsident Hosni Mubarak.
Der Bischof äußerte sich zugleich besorgt über die Zukunft der christlichen Minderheit in dem nordafrikanischen Land. Es herrsche eine große Ratlosigkeit, weil es für sie keinerlei Garantien gebe. Die Gewalt könne zur Folge haben, dass manche dem alten Regime nachweinten und sich die inneren Konflikte im Land verstärkten, so Tewfik.
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