11.05.2011

Pakistan: Situation in Gujranwala beruhigt

Polizei und religiöse Führer gut reagiert

Pakistan: Situation in Gujranwala beruhigt

Polizei und religiöse Führer gut reagiert

 

AKREF/pm – 11.5.2011 – die angeheizte Situation in der mittelgroßen Stadt des pakistanischen Pandschabs Gujranwala hat sich weitestgehend beruhigt. Es war zu gewalttätigen Auseinandersetzungen und Übergriffe gegen Christen am 15. April und in den Tagen danach, weil aufgebrachte Muslime die beiden pakistanischen Christen Mushtaq Gill und sein Sohn Farrukh Mushtaq Gill beschuldigt hatten, ein Exemplar des Koran durch Verbrennen geschändet zu haben. In der Stadt Gujranwala lebt eine große Zahl von Christen. Es gibt auch wichtige christliche Institutionen dort, unter anderem das Seminar der presbyterianischen Kirche und das christliche technische Training Institut (CTTC). Bis zu 3000 Christen sind aus ihren Häusern geflohen bei den ersten Demonstrationen und Feindseligkeiten seitens der muslimischen Mehrheit. Die Polizei und die Anführer unterschiedlicher religiöser Gruppierungen haben aber schnell mäßigend auf die Situation einwirken können. Die Gerüchte von abgebrannten Kirchen und zwei getöteten Christen haben sich zum Glück in diesem Fall nicht bewahrheitet. Das war höchstwahrscheinlich eine Verwechslung mit einem Fall in der südlichen Provinz Sindh, wo eine Kirche in Brand gesteckt und zwei Christen ermordet worden. Auch in der Garnisonstädte Mardan und Wah Cantt. Waren in den letzten Wochen Kirchen angegriffen worden. In Gujranwala haben auf den gemeinsamen Frieden besonnene Christen und Muslime zusammen für ein Ende der Feindseligkeiten demonstriert. Zwar sind die zwei Beschuldigten noch in Haft, wie acht weitere Personen auch, aber dies in erster Linie zu ihrem eigenen Schutz. Inzwischen ist auch ein Muslim in Haft genommen worden, der angeblich hinter den falschen Anschuldigungen steckt.

Mitglieder der pakistanischen christlichen Menschenrechtsorganisation „CLAAS“ arbeiten mit Hochdruck an der Verständigung zwischen den aufgebrachten Muslimen und den ortsansässigen Christen. Sie sehen die Notwendigkeit für etliche weitere Konferenzen zur gegenseitigen Verständigung.