12.05.2011

Ägypten: Den Trauernden im Gebet beistehen

(Open Doors) - Zwölf Menschen starben vorigen Samstag als radikale Islamisten koptische Christen in Kairo angegriffen und zwei Kirchen in im Stadtviertel Imbaba in Brand gesetzt haben. Das Hilfswerk Open Doors bittet, in diesen Tagen besonders für die Familien der Toten sowie die verletzten und traumatisierten Opfer zu beten.

 

Unaufhaltsame Wut

Mehr als 200 Menschen wurden bei den Ausschreitungen am 7. Mai verletzt. Auslöser war ein Gerücht, das sich über Monate hinweg hartnäckig gehalten hatte: Eine junge Frau soll vom Christentum zum Islam konvertiert sein und werde in einer Kirche festgehalten. Etwa 500 Salafisten - die Anhänger der Bewegung wollen einen Gottesstaat auf Basis der Scharia - zogen am Samstag zur St.-Mina-Kirche in Imbaba. Dort vermuteten sie die Frau. Christen errichteten zum Schutz der Kirche Barrikaden unter anderem aus Kirchenbänken. Geistliche der Gemeinde ließen Imame im Gebäude nach der Frau suchen. Daraufhin verkündeten die Imame vor der Menge, sie hätten die Frau in der Kirche nicht gefunden. Doch unbeirrt gingen die Radikalen zum Angriff auf die Kirche über. Es kam zu Straßenschlachten. Später setzten die Angreifer auch die Jungfrau-Maria-Kirche, wenige Gehminuten von St.-Mina entfernt, in Brand. Nur eine kleine Kapelle und eine Ikone blieben halbwegs unversehrt. Ihre Gottesdienste will die Gemeinde weiter in dem zerstörten Gebäude feiern. Am Tag der Ausschreitungen war die Frau, um die der Konflikt entbrannt war, im Fernsehen aufgetreten. Wie bereits im vorigen Oktober beteuerte sie auch diesmal, nicht zum Islam übergetreten zu sein.

 

Christen sind Ziele von Anschlägen

Seitdem Tausende Ägypter Präsident Hosni Mubarak friedlich aus dem Amt demonstriert haben, versuchen radikale Islamisten, ihren Einfluss im Land auszuweiten. Die jüngsten Angriffe in Kairo gehören zu einer Reihe von Anschlägen und Drohungen von Salafisten gegen Christen.