12.05.2011
Ägypten: Unions-Fraktionschef besorgt um Christen
Nach den gewaltsamen Zusammenstößen in Kairo hat sich Unionsfraktionschef Volker Kauder besorgt über die Situation koptischer Christen gezeigt. Aktuell mache er sich Sorgen, dass radikale, islamistische Kräfte mehr Einfluss gewinnen könnten, sagte Kauder der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Donnerstagsausgabe). „Wir müssen die ägyptische Übergangsregierung darin bestärken, die Religionsfreiheit im Land auch wirklich zu garantieren“, sagte der Politiker. Die Armee müsse die christliche Minderheit und ihre Kirchen schützen. Dem Eindruck koptischer Christen zufolge lasse die Bereitschaft der Armee dafür nach, berichtete Kauder. Druck von westlicher Seite ist nach Meinung des Unionspolitikers nicht der richtige Weg. „Die Menschen, die für Freiheit und Demokratie gekämpft haben, sollen spüren, dass wir sehr aufmerksam verfolgen, was dort geschieht - auch natürlich im Sinne der Christen“, erklärte Kauder, der selbst in Kürze nach Ägypten reisen will. In dem Dialog mit den Verantwortlichen in Ägypten sollte nach Kauders Ansicht für ein bürgerliches Familienrecht in Ägypten geworben werden. Das religiös geprägte Familien- und Eherecht müsse entschärft werden. „Das würde viele Probleme beseitigen und Streit zwischen den Religionsgemeinschaften vermeiden“, sagte der Politiker.
epd