16.05.2011

Deutschland: Rückblick auf den "Opern Doors" Tag 2011

Open Doors) – Verfolgten Christen begegnen und selbst aktiv werden: Alljährlich lädt dazu der deutsche Zweig des internationalen Hilfswerks Open Doors ein. In diesem  Jahr fand der Open Doors Tag am 14. Mai statt. Nahezu 1400 Besucher, darunter 190 Kinder, kamen in die Rittal Arena im hessischen Wetzlar. Etwa 300 Menschen in Bremen, Chemnitz, München und Schorndorf verfolgten per Live-Übertragung die Veranstaltung. 

Die vier Gastsprecher kamen aus Ländern, in denen Christen verfolgt werden. Eindrücklich berichteten sie, welchen Problemen sich Eltern und Kinder dort stellen müssen.

  • Lee aus Nordkorea musste miterleben, wie seine Mutter und sein Bruder getötet wurden. Sein Sohn Timothy kämpfte als Straßenkind ums Überleben. Später wurde der damals 15-Jährige in einem nordkoreanischen Gefängnis schwer gefoltert.
  • Leila aus Kolumbien leitet ein Heim für Kinder, die Opfer von Gewalt wurden oder selbst andere Menschen für die Drogenmafia töten mussten.
  • Victor aus Ägypten berichtete von Kindern, die ein Doppelleben führen müssen: Zu Hause lesen sie in der Bibel und in der Schule müssen sie Koranverse auswendig lernen.

Statements vom Tag

"Kinder sind die Zukunft der Gemeinde Jesu in der Verfolgung. Auch sie werden ausgegrenzt, verspottet und verfolgt für ihren Glauben oder den ihrer Eltern. Doch sie sind auch Königskinder." Markus Rode, Leiter Open Doors Deutschland e.V.

"Die Zukunft der Kinder ist auch die Zukunft der Gemeinde. Letztes Jahr haben bei unserem Kindercamp in Ägypten 200.000 christliche Kinder für das Land gebetet. Ich glaube, dies ist ein Grund, warum sich Ägypten nun verändert. Gott hört auch die Gebete von kleinen Kindern. Bitte übernehmen Sie vor Gott Verantwortung für die Kinder der verfolgten Kirche. Beten Sie und stärken Sie die junge Generation." Victor aus Ägypten

"Wie sich das Leben von Sophia verändert hat, kann sich auch das Leben von vielen anderen Kindern verändern." Leila aus Kolumbien

Sophia ist heute 12 Jahre alt. Unbekannte haben ihre Eltern im April 2009 erschossen. Sophia kam ins Kinderhaus "El Hogar", das Open Doors finanziert. Ihr Trauma hat sie zwischenzeitlich überwunden und ist wieder ein fröhliches Kind. Sie sagte heute: "Ich möchte eines Tages den Menschen von der Liebe Jesu erzählen, so wie es meine Eltern getan haben."
"Junge Menschen in Deutschland können sich wegen ihrer Zukunftsperspektiven glücklich schätzen." Timothy aus Nordkorea

"Die Menschen und besonders die Kinder leiden schrecklich unter dem Regime von Kim Jong Il. Sie hungern und brauchen dringend Ihre Hilfe." Pastor Lee aus Nordkorea

Kinder stehen für Kinder ein

Parallel zum Programm für die Erwachsenen gab es für die 190 Besucher zwischen drei und 13 Jahren ein eigenes Programm. Thomas Klein ("Familyworship") und sein Team nahmen sie mit auf eine Reise zu Kindern, die wegen ihres Glaubens an Jesus ausgelacht, verspottet und sogar misshandelt werden. Leila aus Kolumbien und Victor aus Ägypten erzählten von Kindern aus ihrer Heimat und wie Kinder aus Deutschland im Gebet für sie einstehen können. "Ihr seid nicht allein. Wir denken an euch!": Das wollten die jungen Open Doors-Tagsbesucher sie wissen lassen. Auf einer Meter langen Papierrolle schrieben und malten sie Grüße, Wünsche und Gebetszusagen nach Ägypten und Kolumbien. Überreicht wurde die runde Post zum Abschluss des Tages an die Gäste aus Ägypten und Kolumbien. 

Zukunft geben

"Jeder Christ hat als Familienmitglied der weltweiten Gemeinde Jesu die Verantwortung und die Aufgabe, schwache Mitglieder zu stärken", appellierte Markus Rode. Gemeint sind die vielen Kinder der verfolgten Kirche. Ihnen eine Stimme geben und neue Perspektiven schaffen: Das ist das Ziel der weltweiten Kinderkampagne "Zukunft geben – Kinder der verfolgten Kirche", die das Hilfswerk am Open Doors Tag in Wetzlar startete.