19.05.2011
Elfenbeinküste: Strafgerichtshof soll Gewalt untersuchen
Der Präsident der Elfenbeinküste, Alassane Ouattara, hat um eine Untersuchung der Gewalt in dem Land durch den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag gebeten. Die ivorische Justiz sei derzeit nicht gut genug aufgestellt, um die schwerwiegenden Verbrechen aufzudecken, sagte er nach einem Bericht des britischen Senders BBC vom Donnerstag. Wegen eines Machtkampfs um das Präsidentenamt befand sich die Elfenbeinküste von November bis April in einem bürgerkriegsähnlichen Zustand. Etwa 3.000 Menschen wurden dabei getötet. Der abgewählte Präsident Laurent Gbagbo hatte sich nach den Präsidentenwahlen geweigert, das Amt an Ouattara abzugeben, der international als Sieger anerkannt wurde. Am 11. April wurde Gbagbo von Ouattara-Truppen unter französischer und UN-Beteiligung überwältigt. Hunderttausende Menschen sind noch immer auf der Flucht, allein 160.000 von ihnen im benachbarten Liberia. Ouattara hatte nach seiner Amtsübernahme Anfang des Monats angekündigt, die Verbrechen aller Seiten würden untersucht. Nach UN-Berichten wurden Hunderte Menschen bei Massakern umgebracht. Mehrere Massengräber wurden im Westen des Landes gefunden.
Quelle: Domradio.de