23.05.2011
Syrien: Rückkehr von Christen in den Irak?
Nach erneuten Gewaltausbrüchen in Syrien rechnet der irakische Erzbischof Avak Asadourian mit der Rückkehr von Christen, die dorthin geflohen sind, in den Irak. Die Situation in Syrien sei derzeit schlechter als im Irak, sagte der armenisch-orthodoxe Bischof in einem epd-Gespräch bei der internationalen Friedenstagung des Weltkirchenrates in Kingston (Jamaika). Am Freitag hatten syrische Sicherheitskräfte Medienberichten zufolge bei Protesten gegen die Regierung erneut mehrere Dutzend Demonstranten erschossen. "Wenn die Situation in Syrien sich weiter verschlechtert, werden etliche ehemals aus dem Irak geflohene Familien in den Irak zurückkehren", sagte Asadourian weiter. In den vergangenen Jahren sind nach Angaben des Bischofs rund eine halbe Million Christen aufgrund blutiger Übergriffe aus dem Irak geflohen. Der Bischof verwies auf die weiterhin kritische Sicherheitslage in seinem Land. Viele Christen hätten Angst, sagte er. Erst in der vergangenen Woche wurde die Ermordung eines katholischen Christen in der nordirakischen Stadt Kirkuk bekannt. Seit Jahren sind viele Hunderttausend Menschen, darunter viele Christen und andere Minderheiten, aus dem Irak geflohen und halten sich seither in Flüchtlingscamps vor allem in Syrien und Jordanien auf. 2009 hat Deutschland 2.500 Flüchtlinge aus dem Irak aufgenommen, darunter zahlreiche Christen.
Quelle: Domradio/epd