25.05.2011
Tunesien: Flüchtlingslager in Brand gesetzt
In einem Flüchtlingslager an der tunesisch-libyschen Grenze ist es nach Angaben einer französischen Hilfsorganisation in der Nacht zum Mittwoch zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen. Grund für die Spannungen seien die Unsicherheit in dem Lager und die miserablen Lebensbedingungen, erklärte die Flüchtlingsorganisation Cimade am Mittwoch in Paris. Die Zelte des Lagers seien in Brand gesetzt worden. In dem Lager leben nach Cimade-Angaben seit Wochen rund 3.000 Flüchtlinge aus Libyen, die nicht in ihre Heimatländer zurückkehren können. Unter ihnen seien vor allem Menschen aus Eritrea, der Elfenbeinküste und Somalia. Das Personal des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR habe das Lager wegen der Unsicherheit verlassen, so Cimade. Die tunesische Armee sei eingeschritten, um Ruhe und Ordnung unter anderem mit Tränengaseinsätzen wiederherzustellen. Spannungen bestünden auf der einen Seite zwischen den Flüchtlingen und der tunesischen Bevölkerung vor Ort. Zum anderen würden die Konflikte durch Schmugglerbanden verschärft, die den Flüchtlingen feindselig gegenüberstünden. Nachdem in der Nacht zum Sonntag vier Eritreer ums Leben gekommen seien, als ihr Zelt in Brand gesetzt wurde, hätten Flüchtlinge aus Protest eine wichtige Zugangsstraße besetzt. Dies habe den Konflikt weiter verschärft.
Quelle: Domradio/kna