30.11.2011

Turkmenistan: Hoffnung auf Amnestie für Ilmurad Nurliev

Allgemeiner Straferlass für Gefangene am 12. Dezember – Open Doors initiiert Briefschreibaktion

Turkmenistan: Hoffnung auf Amnestie für Ilmurad Nurliev

Allgemeiner Straferlass für Gefangene am 12. Dezember – Open Doors initiiert Briefschreibaktion

(Open Doors) - Voller Hoffnung erwarten Ilmurad Nurliev und seine Familie den 12. Dezember: Für diesen Tag ist in Turkmenistan eine weitere allgemeine Amnestie angesetzt. Wenngleich die Chancen gering sind, hofft der 46-jährige Pastor dennoch auf einen Straferlass und die Entlassung aus dem Arbeitslager, um nach Hause zu seiner Familie zurückkehren zu können. Bei der jüngsten Amnestie im August dieses Jahres sollen mehr als 3.700 Häftlinge entlassen worden sein. Nurliev blieb hiervon ausgeschlossen. Das Hilfswerk für verfolgte Christen Open Doors bittet um Gebet für Ilmurad Nurliev, seine Frau Maya sowie ihre erwachsene Tochter mit ihren zwei Kindern. Um sie zu ermutigen, hat Open Doors eine Briefschreibaktion ins Leben gerufen.

Einsatz für Drogensüchtige

Pastor Ilmurad Nurliev leitet die "Svet-Miru-Gemeinde" (Licht der Welt) in Mary im Südsten von Turkmenistan. Im Land gibt es viele Drogenabhängige, und auch Nurliev selbst war früher süchtig. Erst nachdem er vor Jahren Christ wurde, änderte sich sein Leben. Bis zu seiner Verhaftung half er Drogenabhängigen, von der Sucht loszukomen. Nurliev träumte davon, ein eigenes Rehabilitationszentrum auf einem Stück Land, das ihm gehört, zu eröffnen. Seit dem Jahr 2007 hatte sich die "Licht der Welt"-Gemeinde um die staatliche Registrierung bemüht. Doch alle Versuche scheiterten.

Unschuldig im Arbeitslager

Nurlievs Engagement blieb den Behörden nicht verborgen. Sein Name steht auf einer "Schwarzen Liste" vermeintlicher Dissidenten, die weder ein- noch ausreisen dürfen. Vor drei Jahren bekam er die erste Geldstrafe wegen seiner Gemeindeaktivitäten. Auch Gemeindemitglieder wurden schikaniert und über die Aktivitäten des Pastors verhört. Man versuchte sogar, einzelne dazu zu bringen, ihn diverser Vergehen zu beschuldigen. Zwei Frauen hielten dem Druck nicht mehr stand. Sie unterzeichneten ein von den Beamten vorgefertigtes Dokument und erklärten, Pastor Nurliev habe Geld von ihnen erschlichen. Daraufhin wurde er im August 2010 festgenommen und am 21. Oktober 2010 wegen Betrugs zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Diese Strafe muss er weit weg von seiner Familie im Arbeitslager Seydi im Osten des Landes verbüßen. Seine Frau Maya legte bei verschiedenen Stellen Berufung gegen das Urteil ein. Obwohl sie mehrfach darum gebeten hat, wird ihr das schriftliche Urteil nicht ausgehändigt.

Christenverfolgung in Turkmenistan

Die Bevölkerungsmehrheit des zentralasiatischen Landes gehört dem Islam an. Zwar gewährt die Verfassung Religionsfreiheit, doch die Praxis zeigt das Gegenteil. Ob staatlich registriert oder nicht: Gemeinden und ihre Mitglieder werden schikaniert und eingeschüchtert. Regelmäßig kommt es zu Hausdurchsuchungen durch die Polizei, christliche Literatur wird beschlagnahmt. Auf der Polizeiwache werden Christen verhört; auf unerlaubte religiöse Aktivitäten stehen Geldstrafen.

Sie wollen Pastor Ilmurad Nurliev und seiner Frau Maya schreiben.
Schreiben Sie direkt an:

Ilmurad Nurliev
Turkmenistan
746222 Lebap vilayet,
Seydi,
uchr. LB-K/12

oder

schreiben Sie an:

Maya  Nurlieva
c/o Open Doors
Postfach 1142
65761 Kelkheim

Open Doors leitet Ihren Brief weiter.