11.10.2011

Ägypten: Religiöse Verfolgung

Wer schweigt, macht sich mitschuldig Bundesregierung erwartet Aufklärung blutiger Übergriffe in Ägypten

Ägypten: Religiöse Verfolgung

Wer schweigt, macht sich mitschuldig

Bundesregierung erwartet Aufklärung blutiger Übergriffe in Ägypten

 

Berlin (idea) – Die Bundesregierung erwartet eine umfassende Aufklärung der jüngsten blutigen Übergriffe auf koptisch-orthodoxe Christen in Kairo (Ägypten). Das erklärte CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe (Neuss) bei einer Pressekonferenz der CDU und der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) zum Thema „Christenverfolgung“ am 11. Oktober in Berlin. Nach einer friedlichen Demonstration gegen Anfang Oktober verübte Anschläge islamischer Extremisten auf eine Kirche in Oberägypten war die Gewalt am 9. Oktober in der ägyptischen Hauptstadt eskaliert. Bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften kamen mindestens 26 Personen ums Leben; etwa 200 wurden verletzt. „Wir brauchen eine umfassende Aufklärung dieser Vorgänge“, sagte Gröhe. So müsse geklärt werden, inwieweit die Schlägertrupps, von denen Augenzeugen berichteten, mit den Sicherheitskräften kooperierten. Von der ägyptischen Regierung erwarte man, dass sie ihrer Schutzpflicht gegenüber friedlichen Demonstranten gerecht werde. „Und wir erwarten, dass sich die Regierung klar positioniert in Fragen der Menschenrechte.“ Dazu gehöre auch die Religionsfreiheit. Auf die Frage, ob deutsche und europäische Hilfen für Länder wie Ägypten an Fortschritte etwa bei der Religionsfreiheit geknüpft werden sollten, erklärte Gröhe: „Wir helfen beim Wiederaufbau. Wenn es in Fragen der Menschenrechte zu dramatischen Rückschlägen käme, würde das den Boden für Hilfen entziehen.“ Gröhe betonte, dass der Einsatz für verfolgte Christen eingebunden sei in den Einsatz für Religionsfreiheit insgesamt. Man dürfe sich in Deutschland nicht damit abfinden, wenn Menschen in vielen Teilen der Welt um ihres Glaubens willen leiden müssten: „Wer da schweigt, macht sich mitschuldig.“